Nicht-Höchstadter werden schon beim Namen stutzig: "Stein-Weg-Straße". Seit Jahrzehnten sorgt dieser Straßenzug im Herzen Höchstadts für Diskussionsstoff. Jetzt kommt ein neues Thema auf. Zwei provisorisch eingezeichnete Parkstände kurz vorm Vogelseck erhitzen die Gemüter.

Heute unvorstellbar, aber früher jahrelang Realität: Die B 470 führte über die Steinwegstraße. Dann kam die Umgehung in Höchstadt-Süd und die Hauptverkehrsader wurde an der Innenstadt vorbeigeleitet. Auf der Steinwegstraße kehrte Ruhe ein und für die notwendige altstadt-gemäße Sanierung besorgte sich die Stadt kostengünstig in Berlin ausrangiertes Großpflaster.

Die Anlieger stimmten dieser Variante zu, weil man ihnen versichert hatte, sich an den vor über 20 Jahren entstandenen Sanierungskosten nicht beteiligen zu müssen. Jüngst haben jedoch überörtliche Prüfer der Regierung die damalige Abrechnungspraxis moniert und zwingen die Stadt nun, die Anlieger noch nachträglich zur Kasse zu bitten.

Die Bescheide für diese alte Sanierung habe man jetzt zwar rausgeschickt, sie aber gleichzeitig außer Vollzug gesetzt, sagt Zweiter Bürgermeister Günter Schulz. Noch müssen die Anlieger nicht überweisen - es wird noch einmal die Justiz eingeschaltet.

Unterdessen ist über die Jahre der Großpflaster-Belag in der Steinwegstraße zu einer einzigen Stolperfalle geworden, die eigentlich schnellstmöglich beseitigt werden sollte. Nur müsste das eventuell erneut den Anliegern in Rechnung gestellt werden. Hier sucht die Stadt noch nach Möglichkeiten, das zu umgehen. Mit der nächsten Sanierung der Steinwegstraße will man aber warten, bis voraussichtlich im kommenden Jahr die Aischbrücke erneuert ist.

Günter Schulz, der auch Sprecher des Arbeitskreises Verkehr ist, sieht in dieser Straße noch ein weiteres Problem. So sei sie zwar als verkehrsberuhigt ausgewiesen, von ihrem Ausbau und Zustand her sei sie das aber nicht. Jedenfalls hätten die Autofahrer schon erkannt, dass sie die niedrigen Gehsteige auch befahren dürfen.

Wie die ganze Steinwegstraße einmal aussehen könnte, dürfte schon bald im Einmündungsbereich am Vogelseck zu sehen sein. Hier hatte die Verwaltung vorgeschlagen, vor dem Bio-markt noch einige Parkplätze auszuweisen und dafür eine kleinere Grünzone aufzulassen. Der Stadtrat konnte sich mit den ersten Planentwürfen für diese Lösung allerdings nicht anfreunden. Jetzt versucht der Arbeitskreis Verkehr, eine Lösung zu finden.

Wildes Parken im Visier

Um zu prüfen, wie sich Parkplätze in diesem stark frequentierten Bereich auf den Verkehrsfluss auswirken, wurden am Dienstag zwei Stellflächen auf das Pflaster gepinselt. "Wir werden mit dem Arbeitskreis Verkehr die Auswirkungen genau beobachten", kündigt Günter Schulz an. Erst dann könne man daraus Schlüsse ziehen. Einig sei man sich im Arbeitskreis aber, auf die kleine Grünfläche verzichten zu können. Ende Mai soll dann mit den Anliegern in einer Bürgerversammlung besprochen werden, wie man das Areal, zu dem auch der geschotterte Parkplatz am Wohn- und Geschäftshaus gehört, gestaltet.

Aus dem Arbeitskreis kommt die Forderung, gegen das wieder überhand nehmende wilde Parken in der gesamten Innenstadt vorzugehen. Zu Zeiten, "die man nicht einschätzen kann", sollten laut Arbeitskreis-Sprecher Schulz "gelegentliche Parküberwachungen" durchgeführt werden. Vor dem Vogelseck hält Schulz die Steinwegstraße samt ihrem Gehsteig an der Nordseite für breit genug, um hier Parkplätze auszuweisen. Man müsste nur dafür sorgen, dass nicht auch diese Parkplätze von den in dem Geschäftshaus arbeitenden Menschen zugeparkt werden - Schulz: "Mit immer größeren und breiteren Autos mit Vierrad-Antrieb, die niemand braucht."

Radweg-Verlängerung nicht nötig

Was nach Auffassung des Arbeitskreises Verkehr auch nicht unbedingt gebraucht wird, um Schulkinder sicher von Höchstadt-Süd in die Innenstadt zu bringen, ist der von manchen geforderte Ausbau des Radweges entlang der Fürther Straße. Derzeit endet dieser Radweg an der Böschung auf Höhe des Fuhrunternehmens Dengler. Ein Weiterbau nur bis zur Einmündung der Lerchenstraße würde nach Auffassung des Arbeitskreises viel Geld kosten, hätte aber keinen großen Nutzen. Für die Radler aus Höchstadt-Süd gebe es sichere Wege durchs Baugebiet.

Viel sinnvoller wäre es, den Radweg zusammen mit der dringend notwendigen Sanierung der Staatsstraße gleich bis Weisendorf durchzubauen. Dabei würde Schulz auf die Unterstützung des neuen Landrats hoffen - einem Weisendorfer, dem auch gute Beziehungen zur Staatsregierung und den Zuschussgebern in München nachgesagt werden.