Wie in vielen anderen Städten bereitet auch in Höchstadt der schleichende Attraktivitätsverlust der Innenstadt Sorge. Die Einkaufsmärkte am Stadtrand ziehen Kunden ab und leer stehende Läden in Zentrumslage tun ihr übriges. Die Stadt tritt dieser Entwicklung jetzt mit Macht entgegen und plant die Eröffnung eines Regionalmarktes.

Der Stadtrat stellte sich in seiner jüngsten Sitzung hinter dieses Projekt und beschloss einstimmig, unter dem Titel "Belebung der Innenstadt" dafür 100 000 Euro in den Haushalt 2013 einzustellen.

Qualität als Antwort

"Wir haben in der Innenstadt noch Nachholbedarf", meinte Bürgermeister Gerald Brehm (JL) mit Blick auf die Gewerbegebiete und die Einkaufsmöglichkeiten am Stadtrand. Im Zentrum würden das Geschäftshaus am Vogelseck und das Gesundheitszentrum - beides von der Stadt errichtete Objekte - "hervorragend" laufen. Die Antwort auf den großflächigen Einzelhandel am Stadtrand müsse laut Brehm "Qualität in einer lebendigen Innenstadt" heißen.

Mit einem regionalen Markt will der Bürgermeister das erreichen. Konkret soll es so aussehen, dass in von der Stadt angemieteten Räumen Geschäftsleute hochwertige Erzeugnisse und Produkte aus der Region anbieten. Dies könnten Karpfen, Kreen, Kellerbier, Lebensmittel aus landwirtschaftlichen Betrieben und vieles mehr sein. Auch Spezialitäten aus den Partnerstädten seien denkbar.

Der regionale Markt ist als Pilotprojekt geplant, das als Einzugsgebiet einen Teil des Landkreises und der LAG hat. Der Markt wird zu 60 Prozent von der Stadt und zu 40 Prozent vom Verein Karpfenland Aischgrund getragen. Diese Aufteilung war notwendig, um ein Optimum an Fördergeldern zu bekommen. Beteiligen wollen sich der Europäische Fischereifonds, die LAG Aischgrund, die Städtebauförderung und das Arbeitsamt. Im Bereich der Logistik sollen bei den Marktbeschickern Dauerarbeitsplätze speziell für Problemgruppen geschaffen werden.
Die Gesamtkosten des Projektes - darunter Personal und Mieten - sind für die Pilotphase auf 400 000 Euro veranschlagt. Die Stadt Höchstadt müsste davon 100 000 Euro übernehmen. Sollten die Marktbeschicker gute Geschäfte machen, würde sich der Zuschussbedarf verringern. Vom 1. Juli 2013 bis Ende 2014 wird die Pilotphase Innenstadtmarkt laufen, dann müsste sich das Projekt selbst tragen.

Stadt gibt Anschubfinanzierung

In einem leer stehenden Objekt am Vogelseck soll der Markt anlaufen und wieder mehr Menschen ins Zentrum Höchstadts locken. Die Stadt werde mit einer Anschubfinanzierung ihren Teil beitragen, sagte Brehm und appelliert an alle Bürger, das Angebot auf diesem regionalen Markt dann auch anzunehmen.

Höchstadt stehe derzeit "finanziell gut da". Man habe in den vergangenen Jahren schon viele Schandflecke in der Innenstadt beseitigt. Der Bürgermeister ließ aber auch anklingen, dass noch einiges zu tun sei, wie beispielsweise das "Eingangstor Bamberger Straße". Wer sich aus Etzelskirchen der Höchstadter Innenstadt nähert, bekomme als ersten Eindruck zwei Geschäftshäuser mit verhangenen Schaufenstern präsentiert. "Das kann so nicht bleiben", forderte Brehm.

Ute Salzner (CSU) begrüßte den geplanten Regionalmarkt, hat aber noch viele Fragen. Eine sei die nach einer Busanbindung von Höchstadt-Süd an die Innenstadt. Busse auch in die Ortsteile wünschte sich ihr Fraktionskollege Robert Mirschberger und erinnerte an das vor Jahren initiierte Stadtmarketing. Der CSU-Stadtrat fragt sich auch, wie es nach 2015 mit dem Regionalmarkt weitergehen soll, wenn die Förderung ausläuft. Bis dahin müsse sich das Projekt selbst tragen, sagte Bürgermeister Brehm.