Die Zeit zwischen Allerheiligen und Volkstrauertag ist für Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL) ideal, um einen Blick auf die Friedhöfe in der Stadt zu werfen. "Wir haben hier noch einiges aufzuarbeiten", sagt Brehm. Investitionen in Millionenhöhe stehen an.

Man müsse es rechtzeitig angehen, fordert Brehm. Mit dem Thema Friedhöfe sollte sich eigentlich der Bau- und Planungsausschuss des Stadtrats noch in diesem Jahr befassen.Weil aber im Rathaus aus personellen Gründen die Zuständigkeit für die Friedhöfe geändert wird, verschiebt sich die Sitzung auf Anfang nächsten Jahres.

So lange muss die Kapelle im Heldenfriedhof ohnehin warten, bis ihr Inneres saniert wird. Für die Kriegsopfer-Gedenkstätte am Engelgarten muss vorher noch die Zuständigkeit geklärt werden. Bisher ging man bei der Stadt davon aus, dass es sich um einen städtischen Friedhof handelt. Erst über einen Zuschussantrag bei der Denkmalschutzbehörde habe sich ergeben, dass Eigentümer die katholische Kirchenstiftung ist. "Wir können nicht auf fremdem Grund sanieren", sagt Brehm. Entweder übernimmt die Stadt die Trägerschaft für den Heldenfriedhof, oder die Kirche saniert.

Keine Veranlassung sieht der Bürgermeister übrigens, den Begriff "Helden" aus der Friedhofsbezeichnung zu überdenken, wie ein Bürger in die Diskussion geworfen hatte.

Weil die Nachfrage nach Urnenbeisetzungen immer mehr steigt, müsse die Stadt reagieren und mehr Platz für Urnen schaffen. Darüber sollen sich die Stadträte im Ausschuss ebenso Gedanken machen wie über die Tatsache, dass auf dem alten Friedhof an der Bamberger Straße immer mehr Grabstellen aufgegeben werden. "Was soll mit den freien Flächen passieren?," fragt Brehm. Auf ihre Sanierung wartet weiterhin die Mauer um den alten Friedhof.

Aber auch beim neuen Friedhof in Etzelskirchen stehen Entscheidungen an. Für Brehm geht es um Baumbestattungen und es gelte die Frage zu klären, wie mit der riesigen parkähnlichen Fläche umgegangen werden soll. Er würde sie als Ort der Ruhe nutzen. Entschieden werden müsse auch, ob auf dem Etzelskirchener Friedhof eine neue Aussegnungshalle gebaut werden soll.

Entscheiden soll der Ausschuss, ob die Betreuung der Friedhöfe weiter der Bauhof übernimmt, oder die Stadt eine Fremdfirma beauftragt. Fest stehe für Brehm jedenfalls, dass die Friedhofsgebühren neu kalkuliert werden müssen, weil man hier defizitär fahre.