Günter Müller ist ein guter Bekannter von Edmund Grünbaum. Müller lebt in Höchstadt und Grünbaum auf Camotes. Das ist eine der über 7000 Inseln, die die Philippinen bilden.

Sie kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit im Betriebsrat von Schaeffler. "Durch ihn habe ich auch meine Frau Cristine kennengelernt", erzählt Müller. In zwei Wochen reist er mit ihr in ihre Heimat, auf die Insel Cebu. "Unsere Verwandten leben im Süden der langgestreckten Insel. Er wurde vom Taifun Yolanda(Haiyan) verschont", berichtet Cristine.

Anders Camotes. Die Insel liegt zwischen Cebu und Leyte (mit der Stadt Tacloban). Über diese Inseln fegte der Taifun hinweg. Die Schreckensbilder vor allem der Region um Tacloban gingen um die Welt. Erst dieser Tage gab die philippinische Regierung die Zahl der Toten mit über 8000 an. Vier Millionen Menschen leiden an den Folgen.
Grünbaum selber war vom Unwetter nur gering betroffen. Allerdings hatte er auch bis Mitte Januar keinen Strom. Doch er konnte sich einen Generator beschaffen und eine Stunde am Tag laufen lassen. Die Zeit nutzte er, um seine Bekannten zu informieren.

Grünbaum hält Kontakt nach Deutschland, seit langem. Auch zu Günter Müller. Am 22. November erhielt er eine Mail, in der von den Hilfsaktivitäten von Einheimischen und Deutschen berichtet wurde.

Sie hatten von Spendengeldern, vor allem von im Ausland lebenden Filipinos , Grundnahrungsmittel gekauft und verteilten sie in den Orten im Hinterland. Sie sind zum Teil nicht mit Autos zu erreichen. "Die Hilfsorganisationen bleiben auf den Hauptrouten; in die Berge kommt niemand", schrieb Grünbaum an Müller. Dort setzte er und seine Freunde an. Sie fuhren in die größeren Ortschaften, zu den Schulen. Dorthin kommen die Kinder oft nach langen Fußmärschen; über sie sind wiederum die vielleicht 70 Einwohner in abgelegenen Dörfern zu erreichen. Auf Camotes, auf der Nachbarinsel Pilar und im Hinterland von Ormog auf Leyte. In diesen Notfallpaketen waren zwei Kilo Reise, Sardinen, Corned Beef, Instantnudeln, Zahnpasta und -bürste, Seife, Babynahrung, Stifte und ein Heft und ein kleiner Ball für die Kinder.

Kurz vor Weihnachten schickte Grünbaum einen Bericht weiter. Darin schreibt Claudia Lezar, dass in diesen Orten bislang keine internationale Hilfe ankam: "Die Schulen, die wir besuchen und besucht haben, haben außer unseren Hilfsgütern noch nichts bekommen. In der jetzigen Schule haben die Kinder zum Teil noch nie einen Ausländer gesehen und waren der Meinung, wir kämen direkt vom Himmel, weil das Jesuskind auch weiß ist."
Gar nicht einfach war es, so berichtet Müller aus seinen Kontakten weiter, Fahrzeuge, insbesondere Boote zum Transport zu finden. Er versichert, die ortsansässigen Helfer leiten alle Spendengelder direkt weiter, bis eben auf die Spritkosten.

Müller bietet potenziellen Spendern an, mit ihm Kontakt aufzunehmen, um detaillierte Informationen zu erhalten. Müller ist telefonisch unter 09193/5012864 oder 0171/5711952 und per Mail unter guenni.müller58@gmx.de zu erreichen.