Schade, dass der "goldene Oktober" eine Pause eingelegt und nur Nebel beschert hatte. Die Tage zuvor hätten Oskar Fuchs mit seinem Gedicht durchaus Recht gegeben: "Dies ist ein Herbsttag wie ich keinen sah", zitierte Fuchs, der als Moderator durch das Konzert führte, Friedrich Hebbel, den Dichter der Romantik.

Zum Herbstkonzert hatte der Höchstadter Liederkranz in die Anton-Wölker-Schule eingeladen. Den Abend gestaltete der von Irina und Gabriel Konjaev geleitete Gastgeberchor gemeinsam mit dem Männerchor Fidelia aus Münchaurach unter der Leitung von Waldemar Welker. Mit ihm verbindet die Höchstadter Sänger seit etwa zehn Jahren eine herzliche Freundschaft.

Das Konzept des Liederkranzes ging voll auf: Als der Vorsitzende Adolf Linseis den Abend eröffnete, hatte er ein "volles Haus". Die Besucher, unter ihnen Bürgermeister Gerald Brehm (JL), die Pfarrer Kilian Kemmer und Fritz Schäfer, Münchaurachs Bürgermeister Erwin Schopper (ÜWB) und viele andere bekannte Persönlichkeiten, schienen den Abend sehr zu genießen. Davon zeugte nicht nur der begeisterte Applaus, der den Sängern gespendet wurde. Auch dass das Publikum spontan mitsang, dürfte Zeichen für einen gelungenen Abend sein.

Dazu mussten die Besucher noch nicht einmal bis zum gemeinsamen Schlusslied "Song of Joy" (Lied der Freude, nach Beethovens neunter Sinfonie) warten. Freude kam bereits auf, als der Liederkranz das bekannte "Sierra madre del sur" anstimmte und die Besucher voll mitgingen. Als dann Dirigentin Irina Konjaev (mit ihrem Mann Gabriel am Klavier) einen bunten Melodienstrauß aus Wiener Liedern anstimmen ließ, schien man die Wellen der Donau in der Halle nicht nur zu hören: Chorleiterin, Sängerinnen und Sänger schwangen im Rhythmus der Donauwogen mit. Es war einfach für jeden Besucher und für jeden Musikgeschmack etwas dabei. Schwungvolle Melodien, romantische, innige und besinnliche Weisen wechselten sich ab.

Souveräner Solist


Auch totales Kontrastprogramm wie das Eingangslied des Höchstadter Chors "Bunt sind schon die Wälder" und das "Rot, rot, rot sind die Rosen" des Münchauracher Chors wurde geboten. Wäre da noch "The Lion sleeps tonight" zu nennen, bekannt aus Film und Musical "Der König der Löwen", das die Münchauracher Sänger im Programm hatten. Nicht unerwähnt darf dabei Manfred Bock bleiben, der die Soli des Gastchors souverän bewältigte.

Mit dem Chianti-Lied ließen die Münchauracher Sänger das Leben, die Liebe und den Wein hochleben. Bedankt haben sich die Gäste schließlich mit einer schottischen Volksweise: "Uns bleibt der Freundschaft festes Band". "Singen ist der Weg aus der Einsamkeit hin zur Gemeinsamkeit", sagte Moderator Oskar Fuchs und das Konzert war der beste Beweis dafür. Fuchs, der einen nicht geringen Anteil am Gelingen des Abends hatte, erinnerte auch an den unvergessenen Anton Wölker, dessen Name die Schule trägt: "Als ich vor 40 Jahren zum Liederkranz kam, war er unser Chorleiter."