Während Schüler und Lehrer ihre Herbstferien genießen, herrscht auf der Baustelle in der Bergstraße Hochbetrieb. Der 90 Meter lange und 19 Meter breite Ersatzneubau auf dem Gelände des Höchstadter Gymnasiums wird gerade winterfest gemacht.

"Rechtzeitig vor dem Winter bekommen wir Dach und Fassade dicht", sagt Gerhard Neumann, der für das Höchstadter Architekturbüro Haindl die Bauleitung übernommen hat. In zwei Wochen soll in dem Gebäudekomplex die "Frostfrei-Heizung" angeworfen werden, dann kann der Innenausbau mit voller Kraft weiterlaufen.

Momentan sind Mitarbeiter verschiedener Firmen gleichzeitig in dem Schulhaus-Rohbau aktiv. Neben den letzten Arbeiten an der Fassade liegt der Schwerpunkt im Bereich Haustechnik. Heizung, Wasser, Abwasser und Elektroleitungen werden verlegt .

Stahlbeton mit Vollwärmeschutz

Um Wärme in den Neubau zu bekommen, soll eine mit niedrigen Temperaturen laufende Fußbodenheizung reichen. Dies ist möglich, weil der Stahlbetonbau in einen 25 Zentimeter dicken Vollwärmeschutz aus Mineralwolle gepackt wird. Dreifach-verglaste Fenster tragen ebenfalls ihren Teil zur Energieeinsparung bei. "Wir erreichen nahezu Passivhaus-Standard", sagt Bauleiter Neumann.

Weil die drei Klassenzimmer und die Fachräume für Biologie, Chemie, Kunst und Informatik dann luftdicht verschlossen sind, werden alle Räume mechanisch belüftet. "Die Notwendigkeit einer guten Lüftung wird aber oft unterschätzt", stellt Architekt Gerhard Neumann fest.

Am Höchstadter Gymnasium sind die ersten Lüftungsschächte bereits verlegt. Nahezu alle Räume werden an dieses Lüftungssystem angeschlossen, zu dem auch eine Wärmerückgewinnung gehört. Dadurch soll immer für frische Luft gesorgt werden, ohne dass viel Energie verloren geht. Auch der Schimmelbildung in den Räumen soll die Lüftungsanlage vorbeugen.

Der auf 7,4 Millionen Euro veranschlagte Ersatzneubau liegt nach den Worten von Bauleiter Neumann voll im Kostenplan. Mit den auf der Baustelle arbeitenden Firmen ist er auch voll zufrieden. Neumann spricht von einer "hervorragend laufenden Baustelle".

Aula-Umbau folgt

Wenn der Neubau im Herbst bezogen sein wird, schließt sich nahtlos das nächste Bauprojekt am Gymnasium an: Umbau und Generalsanierung der Aula. Diese soll eine bessere Heizung und Lüftung bekommen, neue Bodenbeläge und mehr Tageslicht. Auch wenn sie nahtlos ineinander über gehen, wird das Projekt Aula zuschusstechnisch getrennt vom Neubau gesehen.

Um für die Aula Planung und Förderung unter Dach und Fach zu bekommen, verhandelt Schulleiter Bernhard Lohneiß derzeit noch mit der Regierung. Er muss nachweisen, dass die Aula des Höchstadter Gymnasiums für Veranstaltungen genutzt wird und nicht nur die Funktion einer Pausenhalle erfüllt. Dies dürfte aber bei 25 bis 30 Theateraufführungen, Infoabenden und Vorträgen im Jahr kein Problem sein.