Menschen mit Behinderung stehen fast immer vor einem großen Problem, egal ob ihr Handicap angeboren ist oder es durch einen Unfall erst später im Leben hinzukam. Sie alle werden oft von der Gesellschaft ausgeschlossen und landen in einer Sackgasse, aus der sie nur schwer einen Ausweg finden. Neben der Benachteiligung in sozialen Aspekten sind sie auch bei der Arbeitssuche oft außen vor.
Um dem entgegenzuwirken und behinderten Menschen ein normales Leben zu ermöglichen, hat die Lebenshilfe Erlangen-Höchstadt die Firma Intec ins Leben gerufen. "Unsere Motivation ist es, Menschen mit Behinderung einen Arbeitsplatz zu bieten", erklärt der Geschäftsführer von Intec, Johann Kraus. Weiter sagt er: "Intec ist ein Integrationsunternehmen." Die Firma hat aktuell 51 Mitarbeiter, die im Höchstadter Gewerbegebiet in drei Hallen arbeiten. 18 der Beschäftigten haben eine Behinderung. Doch diese werden genauso wie die anderen Beschäftigten ohne Handicap behandelt. Sie verrichten die gleiche Arbeit und stehen so auf einer Stufe. Das ermöglicht laut Kraus eine ganz normale Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. "Wir leben seit 14 Jahren Inklusion", erzählt Kraus.
Denn seit dem 1. November 2003 gibt es Intec. Die Firma erledigt Metallarbeiten für Kunden wie Schaeffler, Siemens, Medwork oder Imo. Große Namen also, die von dem Unternehmen beliefert werden. Intec stellt damit eine Firma des ersten Arbeitsmarktes dar und ist somit nicht etwa eine Behindertenwerkstatt oder eine ähnliche soziale Einrichtung. "Wir stehen auch im Wettbewerb mit allen anderen Zulieferern", sagt Geschäftsführer Kraus. In diesem Jahr haben sie bereits über vier Millionen Teile bearbeitet. Trotzdem wird der soziale Aspekt bei Intec großgeschrieben.
Im Rahmen von diversen Veranstaltungen der Lebenshilfe zu deren 50. Geburtstag haben die Arbeiter der Metallbearbeitungsfirma am Samstag einen Tag der offenen Tür veranstaltet. Sie zeigten den rund 150 Besuchern, wie sie arbeiten. So ist das Fräsen mit modernen Maschinen primärer Bestandteil der täglichen Arbeit bei dem Unternehmen. Mit dem Computer werden 3-D-Modelle von Metallteilen gescannt und mit einer passenden Software in Codes für die Maschinen umgewandelt. So kann ein Teil präzise angefertigt werden.
Um die Arbeit anschließend auf Genauigkeit überprüfen zu können, werden verschiedene Methoden angewandt. Eine Art der Qualitätsprüfung ist der Kontograph, der mit einer Spitze die Konturen des Produktionsstückes erfasst und an den Computer weitergibt. "Damit prüfen wir, ob das, was wir gemacht haben, in Ordnung ist", erklärt Mitarbeiter Dominik Harnisch.
Aber auch ein Lasergerät war ausgestellt, das den Namen jedes Besuchers, sofern er wollte, auf eine Trinkflasche laserte. Neben den Führungen durch die Hallen gab es Kaffee und Kuchen. An diesem Nachmittag zeigten die Mitarbeiter von Intec, dass eine Behinderung nicht gleich eine Sackgasse sein muss, in der man nicht mehr weiterkommt. Durch Firmen wie diese wird Behinderten eine neue Perspektive ermöglicht. "Gerne auch lebenslang", wie Johann Kraus sagt. Denn bei ihm bekommen behinderte Menschen einen unbefristeten Arbeitsvertrag.