Ein bisschen wie Klein-Kasachstan. So beschreiben böse Zungen den huckeligen Schotterparkplatz am Vogelseck in Höchstadt. Das Areal erinnert in seiner staubigen Löchrigkeit tatsächlich eher an einen Feldweg als an einen attraktiven Besucher- und Kundenparkplatz. Die Stadt will deshalb nun die zentrumsnahe Parksituation verbessern. In diesem Zug rückt das gesamte Vogelseck und damit auch die Steinwegstraße in den Blick.

Bürgermeister Gerald Brehm (JL) kündigte einen grundlegenden Ausbau des Schotterparkplatzes an. Es sollen insgesamt 21 Parkplätze entstehen, zwei davon für Menschen mit Behinderung. Geplant ist auch ein separater Parkautomat. Ob es eine Verbindung zum schon gepflasterten Parkplatz über der Tiefgarage geben wird, sei noch offen, sagt Brehm. Im Moment blockiert dort noch ein Blumenkübel die Durchfahrt.

Ausbau in den nächsten Monaten

Der Ausbau soll in den nächsten Monaten zusammen mit der Erneuerung des Straßenbelags in der angrenzenden Ringstraße erledigt werden. Dann soll auch ein behindertengerechter Gehweg vom Schotterparkplatz bis zur Kreuzung gebaut werden. Neuer Parkplatz und Gehweg würden etwa 160.000 Euro kosten, so Brehm. Davon würden 60 Prozent städtebaulich gefördert. Zusätzlich werden in der Steinwegstraße Mitte März zwei weitere Parkplätze entstehen. Vorerst provisorisch wolle man im Bereich vor dem ehemaligen Schlecker-Markt Stellplätze vor allem für Kurzparker schaffen.

"Wir wollen in einem Testlauf schauen, wie die Bevölkerung die Parksituation aufnimmt", sagte Brehm. Die Testphase dauert bis Anfang April. Dann können Anwohner und Geschäftsleute in einer Bürgerversammlung zum Thema Innenstadtförderung ihre Meinung äußern.

Parkplätze für Biosupermarkt

Der Anlass, warum man von Seiten der Stadt über Parkplätze an dieser Stelle nachdenkt, ist der neue Bio- und Regionalwaren-Supermarkt. In einem ersten Entwurf waren vier Parkplätze anstelle der kleinen Grünzone vor dem Biomarkt geplant. Christine Lettenmeier, Betreiberin des Bioladens, der am 13. März in den Räumen des ehemaligen Schlecker-Markts eröffnet, hatte die Parkplätze vor ihrem Geschäft vorgeschlagen. Der Stadtrat hatte die geplanten Parkplätze nicht befürwortet, da es Bedenken gab, die rückwärts Ausparkenden könnten den Verkehrsfluss in der Steinwegstraße zu stark behindern.

In der Diskussion kam aus dem Stadtrat der Vorschlag zur neuen Variante. Die provisorischen Parkplätze werden jetzt parallel zur Fahrbahn auf der Steinwegstraße eingezeichnet. Die Grünzone bleibt erhalten.

Doch werden die Parkplätze auf der Straße den Verkehr am Vogelseck nicht noch mehr behindern? Das werde die einmonatige Testphase zeigen, sagt Bürgermeister Brehm. Die Biomarkt-Betreiberin sieht das Parken auf der Straße nicht ganz unproblematisch. Sie hofft auf eine praktikable Lösung im Sinne aller.

"Gegen einen Testlauf spricht nichts", sagt Günter Schulz, Zweiter Bürgermeister (SPD). Auf dem Plan sehe manches immer gut aus, erst die Realität könne aber oft Klarheit bringen.

Auch Johann Cach, vom Überparteilichen Bürgerblock Höchstadt sieht kein Problem, solange das Abbiegen nicht tangiert wird. Michael Schwägerl, Sprecher der CSU im Stadtrat, mahnt an, dass unbedingt Fachexperten, so etwa die Polizei, in die Entscheidung mit einbezogen werden sollten. Jedenfalls sei es "nicht gerade eine Erleichterung der Verkehrssituation". Denn nach der Kreuzung würden dann "doch recht rasch auf der rechten Seite" Autos stehen.

Bürger sollen mitdiskutieren

Brehm will die neuen Parkplätze auf der Bürgerversammlung im April zur Debatte stellen. Auch über den Gesamtplan zum Ausbau von Schotterparkplatz und Gehweg könne dann noch detailliert gesprochen werden.
Der Bürgermeister sieht den Zusammenhang zur Förderung der Innenstadt: Es gehe darum, das Zentrum mit Käufern des gehobenen Bedarfs zu beleben. Attraktive Parkplätze seien neben weniger Leerstand und der neuen City-Bus-Linie deshalb enorm wichtig.