Warum den breiten Gehweg am Übergang vom Schillerplatz in die Große Bauerngasse nicht auch als Stellplatz für Autos nutzen? Was bisher trotz des auch hier geltenden Parkverbots auf Geh- und Radwegen praktiziert wurde, wird jetzt durch die Ausweisung und Einzeichnung offizieller Parkplätze legalisiert.

Dies beschloss der Verkehrsausschuss des Stadtrats in seiner jüngsten Sitzung. Ob das allerdings im Sinne des Bürgers ist, der sich im Januar im Ordnungsamt der Stadtverwaltung über die dort widerrechtlich parkenden Fahrzeuge beschwerte? Er störte sich an den Autos, die seiner Meinung nach die Sicht auf den Straßenverlauf behindern.

Verkehrsexperten der Höchstadter Polizei hatten auf die Beschwerde des Bürgers reagiert und sich "mehrfach zu verschiedenen Tages- und Nachtzeiten" umgesehen. Die Beamten fanden zwar immer wieder parkende Autos vor, kamen aber zu einer anderen Einschätzung als der Bürger. Sie stellten weder eine Behinderung der Sicht auf den Kurvenverlauf, noch auf den fließenden Verkehr fest.

Den Ausschussmitgliedern fiel damit die Entscheidung leicht, hier einige Kurzzeitparkplätze auszuweisen. Es soll nur noch das Einverständnis des Staatlichen Bauamts eingeholt werden, das für diese Staatsstraße zuständig ist. Wie der FT bereits im Vorfeld aus der Nürnberger Behörde erfahren hatte, sei für den Gehweg alleine die Stadt Höchstadt zuständig. Gegen Parkplätze auf dem breiten Gehweg habe man nichts einzuwenden.

Nichts gebracht haben nach Ansicht der Anwohner die Tempo-30-Schilder in der von der Kellerstraße abzweigenden Straße An der Ziegelhütte. Anwohner beklagen sich dort schon lange über rasende Autos und fordern jetzt zusätzlich ein Schild Durchfahrt verboten mit dem Zusatz "Anlieger frei".

Der Ausschuss stimmte dieser Beschilderung zwar zu, gleichwohl wurden Bedenken geäußert, ob ein solches Schild den gewünschten Erfolg bringt, da bei "Anlieger frei" praktisch jeder durchfahren kann.

Laut der Stellungnahme der Polizei würden rasende Autofahrer in dieser Straße eher "dem subjektiven Empfinden entsprechen". Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten sei es ohnehin kaum möglich, schneller als 30 zu fahren. Gegen das gewünschte Schild hätte die Polizei zwar nichts einzuwenden, ob es jedoch einen Effekt erzielt, sei fraglich. Die Durchfahrtszahlen könnten gesenkt werden, die Geschwindigkeit der Fahrzeuge allerdings weniger.

Wer aus einem Grundstück in eine bevorrechtigte Straße einfährt, muss eine gewisse Sorgfaltspflicht an den Tag legen. Das bekommen jetzt eine Anwohnerin in der Böhmerwaldstraße und ein Anwohner am Lappacher Weg mitgeteilt. Sie hatten den Antrag an die Stadt gestellt, an den Ausfahrten ihrer Grundstücke Verkehrsspiegel aufzustellen, um die Sicht zu verbessern. Im Verkehrsausschuss wurden beide Anträge abgelehnt.

Die Polizei habe an beiden Standorten noch nichts von Behinderungen oder Gefährdungen des Straßenverkehrs mitbekommen. Für den Lappacher Weg wurde der Rückschnitt einer angrenzenden Hecke vorgeschlagen, durch den die Sicht verbessert werden könnte. Einen Spiegel in der Böhmerwaldstraße hielten die ortskundigen Stadträte im Ausschuss für nicht notwendig. Die Straße sei übersichtlich genug und Raser habe die Polizei hier auch noch nicht festgestellt.