Allerdings war die Nutzung des ortsbildprägenden Gebäudes jetzt weit weniger anspruchsvoll: Zur Lagerung der Wahl-Werbe-Gegenstände der kommunalpolitischen Gruppierungen sollten die Räte ihren Segen geben.
Um es vorweg zu nehmen: Dem Antrag von CSU, SPD und Freien Wählern wurde einstimmig stattgegeben. "Damit haben wir aber auch neue Begehrlichkeiten geweckt", teilte Bürgermeister Joachim Wersal (FW) dem FT auf telefonische Nachfrage mit. Gleich am Morgen nach der Sitzung gingen bei ihm weitere Anfragen zur Nutzung der Schaf scheune ein.

Vieles wurde schon saniert


Dabei hätten dem ältesten Gebäude der Gemeinde die ursprünglich vorgesehenen Nutzungsmöglichkeiten wesentlich besser zu Gesicht gestanden. Bereits seit die Gemeinde in den 90er Jahren das Gebäude von der einstigen Schäferei erworben hatte, wird nach einem neuen Verwendungszweck gesucht. 1998 ging Hemhofen unter Federführung des verstorbenen Kreisheimatpflegers Kainbacher die Sanierung an. Vorrangiges Ziel war die Erhaltung der wertvollen Bausubstanz. Dachstuhl und Eindeckung wurden erneuert, Fachwerk- und Mauerbereich, Fenster und Fundamentierung saniert und gesichert.
Immerhin konnte Hemhofen für die 1,1 Millionen Mark teuere Außensanierung denkmalpflegerische Mittel in Anspruch nehmen. Als Sahnehäubchen gab es noch eine Belobigung des Bezirks für die "besondere denkmalpflegerische Leistung".
Seither ist es still geworden um das Baudenkmal in seiner regional-typischen Bauweise. Natürlich ging Bürgermeister Wersal nach seiner Amtsübernahme im Jahr 2002 das "Projekt Schafscheune" mit frischem Elan an. Arbeitskreise wurden gebildet, die Möglichkeiten einer künftigen Nutzung ausarbeiten sollten. Für den Innenausbau aber, das stand schon bald fest, würde es keinerlei Förderung geben. Und der war bei einem Gebäude, eigentlich einem Stall, in dem bis in die 90er Jahre noch Schafe über den Winter gebracht wurden, eine teure Angelegenheit.

Jugendzentrum ging vor


Die Gemeindefinanzen ließen den "Luxus" eines solchen Innenausbaus einfach nicht zu. Erschwerend kam hinzu, dass gerade in dieser Zeit der Bau des Jugendzentrums im Gemeinderat ziemlich kontrovers diskutiert wurde und dessen Finanzierung geschultert werden musste.
Die Planung für die Schafscheune samt allen schönen Ideen wurde also auf Eis gelegt. Ja, die Gemeinde sei sogar bereit gewesen, ihr Eigentum wieder zu veräußern, berichtete Bürgermeister Wersal. Aber ein interessierter Gastronom sei wieder abgesprungen - abgeschreckt von den hohen Kosten, die er in das alte Bauwerk hätte investieren müssen.
Nun - aufgeschoben ist nicht aufgehoben! Vor dem Verfall gesichert ist die Scheune ja allemal. Und irgendwann - wenn Hemhofen es sich leisten kann - wird auch diese unendliche Geschichte ein glückliches Ende nehmen.