Es ist ein Selbstversuch. Brustgurt um, der die Herzschläge misst, dann ab ins Fahrgeschäft und schauen, was den Blutdruck nach oben treibt.

Doch bevor es losgeht, mal einen Blick auf das Messgerät unter Normalbedingungen. Satte 60 Schläge zeigen an, dass die Versuchsperson recht fit ist und einen gesunden Herzschlag hat. Als erstes geht es in ein bodennahes Geschäft: der Breakdancer. In der um die eigene Achse rotierenden Gondel, die wiederum auf einem Kreisel tanzt, der wiederum auf einer großen Drehscheibe befestigt ist, geht es im engsten Sinne des Wortes rund. Nahezu das Vierfache des eigenen Körpergewichtes zerrt an einem. Dabei auf die Pulsuhr zu schauen, ist gar nicht so einfach. Herzfrequenz liegt bei gut 120. Ob das daran liegt, dass man sich an den Stangen festklammert, um nicht hin und hergeworfen zu werden, oder ob es die Fahrt an sich ist, wird sich nicht mehr klären lassen, denn die Kreiselei geht viel zu schnell vorbei.

Das Herz ist ein Muskel, etwas größer als eine Faust. Es legt, solange wir leben, normalerweise keine einzige Pause ein. Es sorgt dafür, dass das Blut ständig durch unseren Körper fließt. Gerade bei solch schwindligen Fahrgeschäften muss dieser Muskel Höchstarbeit leisten.


Geruhsam im Kreis



Ebenfalls im Kreis, allerdings deutlich ruhiger geht es mit dem Riesenrad. Auf gute 55 Meter Höhe geht es in 20 gemütlichen Sekunden. Einen Temporausch bekommt der Gast sicher nicht. Wer keine Höhenangst hat, spürt keine großartige Veränderung beim Herzschlag. Alles bleibt konstant - leicht über 80, das wiederum könnte noch am Breakdancer liegen.

Kurzes Warten an oberster Stelle, Blick in die Tiefe und - zack - springt das Messgerät doch auf gut 90 Schläge in der Minute. Ein leichtes Knacksen im Gebälk, besorgter Blick auf den Bolzen, dann auf die Uhr: 105 Beats per Minute. Das war beim Riesenrad kaum zu erwarten, dann doch eher beim Nachbarfahrgeschäft.

Beim Skyrider handelt es sich im Grunde um ein Kettenkarussell, nur dass sich die Gondeln etwa 45 Meter über dem Boden in rasender Geschwindigkeit fortbewegen. Bereits beim Aufsteigen geht der Schlag konstant mit nach oben. 30 Meter - 75 Schläge, 35 Meter - 80 Schläge, 45 Meter - 98 Schläge. O.K. - die Fahrt gibt einem den Rest - 131 Schläge sind der erste Rekord an diesem Tag.


Einziger Schock: Ein Wasserstrahl



Wesentlich ruhiger ist da das Laufgeschäft Bamboo. Dort wird das Herz höchstens mal durch einen kalten Wasserstrahl, der einen zufällig trifft, nach oben getrieben. Spitzen von 78 Schlägen werden aber nicht übertroffen.

Bleibt noch der Freefalltower. Hoch geht es im Aufzug auf 32 Meter und dann greift die Schwerkraft. Bremsen werden gelöst und mit bis zu 80 Kilometern in der Stunde geht es dann bergab. Erste Runde - vergessen auf die Uhr zu schauen. Zweite Runde, vielleicht wegen der Gewöhnung, knapp 90 Schläge werden angezeigt - fast ein wenig enttäuschend.

Es gibt noch mehr Fahrgeschäfte, aber keines schafft es, das hochschwebende Kettenkarussell zu übertreffen. Es gibt am Berg allerdings andere Ereignisse, die sich auf der Uhr ablesen ließen. Neun Euro für vier verbackene Fischstäbchen auf einem Fischkeller gehören dazu: Herzschlag 120. Ein warmes Radler bekommen: Herzschlag 140. Ein Tourist, der drei im Weggla bestellt, indem er sagt: "Ich hätte diese komischen Würstchen dort gerne in einem Brötchen - oder Sämmmmäln - wie Ihr hier ja sagt.": Rekord 200.

Das Gute am Berg ist allerdings, dass der Herzschlag sich recht schnell wieder beruhigt. Die vielen gemütlichen Ecken, die gerade in der Uhrzeit zwischen 15 und 18 Uhr gut zu besuchen sind, sorgen dafür.