Weil das Kulturfestival "hin & herzo" als Nachfolgeveranstaltung der Herzogenauracher Kulturtage heuer zum ersten Mal stattfindet, begrüßte Bürgermeister German Hacker (SPD) die Besucher am Donnerstagabend im ausverkauften Kulturpavillon in der Hauptstraße als "Weltpremieren-Publikum". Dieses erlebte zum Auftakt des Festivals einen kurzweiligen Abend mit dem gefragten Schriftsteller und Kolumnisten Axel Hacke. Er zählt zu den beliebtesten Autoren Deutschlands und ist vor allem durch seine Kolumnen im Magazin der Süddeutschen Zeitung, die er wöchentlich schreibt, bekannt.

Der Autor scheint ein sehr enges Verhältnis zu seinem alten Bosch-Kühlschrank zu haben, der sein Freund sei, er spricht auch täglich mit ihm. Hacke schlug vor, dass ein Kühlschrank bestimmte Öffnungszeiten haben müsste, am Vormittag etwa eine Viertelstunde, "dann wären wenigstens alle pünktlich beim Frühstück".

Zum Frühstück gehöre auch die Süddeutsche Zeitung, und wenn man diese über dem Frühstückstisch schüttelt und es fällt das Magazin heraus, dann ist Freitag. "Das müssen Sie dann von hinten nach vorne lesen, denn auf den letzten Seiten bin ich", gab Hacke den gut gemeinten Ratschlag.

Die Leiden eines Vaters

Hacke schlichtete einen Stoß Bücher auf einem kleinen Tisch auf und verteilte erst einmal Komplimente an die (Sport-) Stadt Herzogenaurach. Am Tag der EM-Vergabe wählte er als erstes sein Buch "Fußballgefühle" aus und erzählte humorvoll von seiner mehr oder weniger erfolgreichen Fußball-Karriere als Elfjähriger im Schweinsteiger-Trikot. Gekickt wurde auf dem Schulweg mit allem, was auf dem Boden lag. Aus dem Fußballfreund von damals wurde über viele Jahre auch ein Sportreporter. Dass das Buch einen Puma-Ball im Titel zeigte, konnten die Besucher nicht erkennen, "aber ich sag's euch trotzdem".

Auch seine Frau Paola und sein Sohn Luis spielen eine wichtige Rolle in Hackes Leben, von dem er zwischen den Lesungen erzählt und die Besucher damit zum Lachen bringt. Besonders mit seinen Erzählungen, als er Luis jeden Tag zum Kindergarten bringt und Luis ihn mit seiner Fragerei schier zur Verzweiflung bringt. Das sei auch der Grund gewesen, warum er seinen "Kleinen Erziehungsberater" für Eltern kleiner Kinder geschrieben habe.

Viele Besucher fühlten sich auch ertappt, als Hacke von der Vor- und Nachweihnachtszeit und der großen Christbaumkugel erzählt, die immer noch im Flur auf der Kommode liegt. "Paola hat immer gesagt, die Kugel muss in den Keller gebracht werden, aber niemand hat es getan. Kennen sie das auch?", fragte er ins Publikum und erntete schmunzelndes Nicken. "Lassen sie die Kugel wie bei uns liegen, denn es ist ja schon wieder Vorweihnachtszeit", riet er unter Beifall.

Zur Person

Axel Hacke wurde 1956 in Braunschweig geboren und lebt heute als Schriftsteller und Journalist in München. Von 1981 bis 2000 arbeitete er als Reporter und "Streiflicht"-Autor bei der Süddeutschen Zeitung, für deren Magazin er bis heute unter dem Titel "Das Beste aus aller Welt" eine viel gelesene Alltagskolumne schreibt. Seine journalistische Arbeit wurde mit vielen Preisen ausgezeichnet: Joseph-Roth-Preis (1987), Egon-Erwin-Kisch-Preis (1987 und 1990) und Theodor-Wolff-Preis (1990). sae