Die Attraktivität des Stadtmuseums zu steigern, das hat sich das P-Seminar Geschichte des Herzogenauracher Gymnasiums mit der Lehrkraft Karin Both-Kowalski zum Ziel gesetzt. Da sich die Museumsleitung mit Irene Lederer und Christian Hoyer zum Ziel gesetzt hat, künftig die Museumspädagogik mehr in den Vordergrund zu rücken und das Museum insgesamt interessanter zu gestalten, rannten die Schüler mit ihrer Idee in dem ehrwürdigen Haus am Kirchplatz offene Türen ein.

Also wurde die Klasse 4b der Niederndorfer Cunz-Reyther-Grundschule zum "Mittelaltertag" ins Stadtmuseum eingeladen, und Konrektor Heinz Fellermeyer radelte mit seiner Klasse nach Herzogenaurach. Im Museumskeller stellte Bürgermeister German Hacker (SPD) das Logo "Herzo-Herbert" vor, das die Gymnasiastin Melanie Bäreis entworfen und gezeichnet hatte und das von ihrem Klassenkameraden Jonas Sengfelder digitalisiert wurde. "Das Maskottchen wird bestimmt mal so berühmt wie Mickey Mouse", erklärte der Bürgermeister den Grundschülern.

Eine Reise in eine andere Zeit

Die Schüler des P-Seminars hatten sich für den Mittelaltertag sehr gut vorbereitet, Stationen aufgebaut, ein Programm vorbereitet und sich umfassendes Wissen zur Herzogenauracher Geschichte angeeignet. Schließlich sollte es keine "normale" Museumsführung werden, sondern die Kinder sollten sich in den einzelnen Räumen auch in damalige Zeit zurückversetzen können.

So wurden die Kinder in das Leben im Herzogenauracher Pfründner-Spital eingeweiht. Anfangs mochten sie nicht so recht glauben, dass sich das damalige Leben so gewaltig von der heutigen Zeit unterschied. Irgendwie interessant fanden die Grundschüler die Stadtgeschichte und die frühe Entwicklung schon, schließlich kann diese anhand vieler Ausstellungsstücke verfolgt werden. Dass sie sich in der Stadt auskennen, konnten sie bei beim "Stadtplan-Puzzle" beweisen.

In der Schreibwerkstatt konnten die Kinder alte Schriften entziffern und sich im Schreiben mit dem Federkiel versuchen. "Das ist gar nicht so einfach wie es eigentlich aussieht", meinte ein Schüler, als die Tinte zu tropfen begann. Im Geschoss darüber war das "Leben als Zunftmitglied" das Thema. "Da lebe ich lieber in der heutigen Zeit", meinte Lisa, als Melanie Bäreis erzählte, dass die Stadtobrigkeit vorschrieb, welche Kleider die Frauen tragen mussten.

Dazu passte dann das Färben und das Drucken von Stofftaschen. "Das was ich erzählt habe, war eure Gesellenprüfung, und beim Färben und Drucken könnt ihr eure Meisterprüfung machen. Wenn es mir nicht gefällt, schicke ich euch nochmal auf die Walz", erklärte Melanie schmunzelnd, nachdem sie vorher das Gesellenleben, Zunfttruhen und die Zunftzeichen erläutert hatte.

Dass in der damaligen Zeit das Leben in der Ständegesellschaft geführt wurde und auch die Kirche eine große Rolle spielte, vernahmen die Kinder schon etwas ungläubig.

Den ersten Stand innerhalb der mittelalterlichen Ordnung bildete der Klerus, zu dem alle Geistlichen gehörten. Ein Aufbegehren gegen ein Leben in Armut war kaum zu verzeichnen, da von den Kanzeln gepredigt wurde, dass das Schicksal von Gott vorherbestimmt sei. Den zweiten Stand bildete der Adel, die Bauern waren im dritten Stand wiederzufinden. Zur Untermalung erzählten die Gymnasiasten das Predigtmärchen "Meier Helmbrecht", das vermutlich aus dem Jahr 1250 stammt, außerdem berichteten sie Wissenswertes zu Kostümen und der Sprache. Nach einem gemeinsamen Besuch der Stadtpfarrkirche und einem Quiz kamen die Kinder wieder zurück in die Gegenwart.