Wichtig war, wie Beate Vento erzählt, dass die Wege kurz sind und die Gaben vor Ort bleiben. Dass also Kinder aus Herzogenaurach und seinen umliegenden Ortschaften bedacht werden. Und deshalb hat die Leiterin des Don-Bosco-Kinderhauses auch gleich zugestimmt, als die Idee zur zweiten Päckchenaktion für bedürftige Familien mit Kindern spruchreif wurde.

Und so hat sich Beate Vento gemeinsam mit Elternbeirätin Kristin van Beuningen gemeinsam an die Eltern der Don-Bosco-Kinder gewandt und um ihre Mitarbeit ersucht. Es sollten Geschenkpäckchen zu Weihnachten gepackt werden, die dann arme Herzogenauracher Kinder erfreuen sollen. Die Eltern waren schnell dabei und fanden das "eine gute Idee", wie van Beuningen berichtet. Die Mutter hat auch schon vor zwei Jahren mitgemacht, als das Kinderhaus schon mal eine solche Aktion durchgeführt hat.

Mit Jörg Schultz und seinen Mitarbeitern bei der Herzogenauracher Tafel war schnell der richtige Partner gefunden. Dort, in der Ausgabestelle in der Eichelmühlgasse, treffen sich regelmäßig bedürftige Herzogenauracher Familien. 25 Familien mit 48 Kindern habe man registriert, sagte Schultz.

Fußbälle und Nagellack

All diese Kinder bekommen jetzt ein Päckchen vom Kinderhaus Don-Bosco. Aus den Familien der 50 kleinen Menschen im Kindergarten und ebenso vielen in der Krippe fanden sich schnell genügend Helfer. Sie bekamen anonym eine Familie respektive ein Kind genannt, wussten Alter und Geschlecht und durften dann die Päckchen selber bestücken.

Und die Spender ließen sich nicht lumpen. Da gab es Fußbälle und Trikots für die Buben ebenso wie Nagellack oder Puppen für die Mädchen, schildert Beate Vento die Phantasie der Eltern. Gutscheine fürs Kino, das Freizeitbad Atlantis oder auch zum Einkaufen in Geschäften wurden da ebenfalls mit eingepackt. "Im Endeffekt geht's uns allen gut", sagt Kristin van Beuningen. "Da kann man schon mal was tun."

Die Herzogenauracher Ausgabestelle der Erlanger Tafel besteht seit zehn Jahren. Jörg Schultz hat die Einrichtung etabliert, die pro Woche regelmäßig von etwa 40 Familien aufgesucht wird. Die meisten beziehen Hartz 4, aber auch Menschen mit kleinen Renten finden Weg zur Tafel, erklärt Schultz. Als Kriterium muss erfüllt sein, dass der Verdienst innerhalb der Bedürftigkeitsgrenze liegt.

Demnächst steht ein Ortswechsel bevor. Dann zieht die Tafel in die Kantstraße um, in größere und bessere Räume. Das Haus in der Eichelmühlgasse soll abgerissen werden.

Gerade in der Vorweihnachtszeit erhält die Tafel gerne Spenden, um den Bedürftigen neben den Lebensmitteln auch mal etwas Besonderes geben zu können. Für kommende Woche haben sich dir Rotarier mit einer Gabe angesagt.