Was Funkamateure so treiben, davon hat man als Zuhörer bei einer Versammlung nur eine vage Vorstellung, und die Jahres- und Tätigkeitsberichte sind zunächst Fachchinesisch - der Laie versteht nur Bahnhof.

Zum Beispiel hat jeder Funkamateur ein Rufzeichen, das es auf der Welt nur einmal gibt. Ottmar Beierl meldet sich im Funkverkehr mit DC4RB. Beierl ist Vorsitzender des Deutsche Amateur-Radio-Club(DARC)-Ortsverbandes Herzogenaurach und hatte in der Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen in der Trattoria "al Centro" eine besondere Aufgabe. Er überreichte an den Notfunkreferenten und Webmaster Uli Stöcker mit dem Rufzeichen DL1NBU sowie an Karl Biedermann mit dem Rufzeichen DG3NN für 40 Jahre Mitgliedschaft die goldene Ehrennadel und die Ehrenurkunde des DARC.

"Als langjährige Mitglieder gehört ihr zu den Menschen, die unserem Dachverband DARC und unserem Ortsverein Kraft und Stabilität geben, die wir so nötig brauchen, um die Interessen des Amateurfunks in Politik, Verwaltung und in der Öffentlichkeit zu vertreten", schickte der Vorsitzende der Ehrung voraus. Otmar Beierl drückte seinen Glückwunsch natürlich in der weltweiten Funkersprache aus: "congrats es gl es 55 es 73 - congratulations good luck Glückwünsche und viel Glück und viel Erfolg und viele Grüße von uns allen im Ortsverband Herzogenaurach B40", erklärte er unter Beifall.

Karl Biedermann ist beruflich Elektriker, war schon immer an Elektrik und Elektronik interessiert und hat sich somit schon frühzeitig mit dem Bazillus Amateurfunk infiziert. Die Prüfung bei der Oberpostdirektion besteht aus drei Teilen. Auf Grund seiner beruflichen Erfahrung war der Teil "Technische Kenntnisse" für ihn Nebensache, nur für die beiden anderen Prüfungsteile "Betriebliche Kenntnisse" und "Kenntnisse von Vorschriften" musste er sich wie jeder andere von den Funkamateuren vorbereiten. Anfang 1979 trat er in den DARC ein. Die Prüfung bestand er mit Bravour und er erhielt von der Oberpostdirektion in Nürnberg sein Rufzeichen DG3NN. Er gehört zu Gründungsmitgliedern der Funkamateure vom Ortsverband Herzogenaurach.

Uli Stöcker ist ein Funkamateur, der schon als Kind und Schüler Interesse an Funktechnik zeigte. Auch im Ortsverband gehört er zu den Fleißigen, die gerne ein Amt übernehmen und es gut ausfüllen. Seit 1995 gehört er zum Vorstand, unter anderem als Schriftführer, als Referent für Notfunk und als der richtige Mann für das Internet, damit der Ortsverband Herzogenaurach für alle auf der Welt mit einer eigenen Website präsent ist.

Talentierter Tüftler

"Sein Funkerleben ist sehr interessant und exemplarisch in vielen Stationen für einen Funkamateur", erklärte der Vorsitzende und erzählte einige Geschichten. So zerlegte Stöcker als Fünfjähriger den elektrischen Rasierapparat des Vaters bis auf die letzte Schraube und baute ihn danach auch wieder funktionsfähig zusammen. Genauso ging es in der Schule weiter. Im Physikunterricht ging es um das Thema Magnetismus und Elektrizität, aufgezeigt an einem Versuchsaufbau mit Summer und Licht. Der Lehrer war noch nicht mit seinen Erklärungen am Ende, als es bei Stöcker am Tisch bereits geblinkt und gebrummt hat, was aber bei dem Lehrer nicht so gut ankam.

Wer allerdings dachte, dass Uli Stöcker gleich in die Funktechnik einstieg, hatte sich getäuscht, er lernte Koch, bastelte aber während seiner Lehrzeit mit Lötkolben und Schraubenzieher, sehr zum Ärger seines Lehrherren. Zurück in Herzogenaurach mit 35 Kilogramm Sammelsurium an Werkzeugen schloss er sich den Funkamateuren an.

Der Deutsche Amateur-Radio-Club (DARC) ist mit über 34 000 Mitgliedern Deutschlands größter Amateurfunkverband. Ihm gehören etwa 50 Prozent der deutschen Funkamateure an, erzählt Robert Weigl, DD7YW, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Ortsverband Herzogenaurach (B40). Die Herzogenauracher Funkamateure treffen sich jeden ersten Donnerstag im Monat um 19 Uhr im "al Centro" und würden sich über Nachwuchs und Interessierte freuen. Kontakt und Infos bei Robert Weigl, E-Mail: ro.weigl@t-online.de.