Die Stadt ist vorbereitet, und das seit Wochen. "Aus meiner Sicht kann sofort abgerissen werden", sagte Bürgermeister German Hacker (SPD) am Rande der Kulturausschusssitzung am Donnerstagabend. Gemeint hat er damit die ehemaligen Räume der Herzogenauracher Tafel in einem alten Haus in der Eichelmühlgasse und die Garage nebenan. Diese maroden Bauten sollen weggerissen werden, um Platz zu schaffen für eine neue Unterkunft für Asylbewerber.

Zeitlich befristet - die Rede ist von vier Jahren - sollen dort zwei erdgeschossige Container aufgestellt werden. Diese sind durch einen Mittelgang verbunden und können jeweils 25 Personen aufnehmen. Hacker hofft nun auf schnelles Handeln, denn "der Druck wächst und die Zahlen steigen", sagte er mit Blick auf das Auffanglager in Zirndorf. Die Stadt sei bereit für die Aufnahme von 50 Asylsuchenden. Was fehlt, ist laut Hacker noch eine Vereinbarung zwischen der Regierung und dem Landratsamt.

Ausdrücklicher Dank

Seit Monaten schon sei die Stadt vorbereitet, die Gebäude wurden leer geräumt, sagte Hacker. Lediglich der Platz neben der alten Garage wird von Bauhofmitarbeitern noch rege genutzt - als Waschplatz für Fahrzeuge und Gerätschaften.

Retta Müller-Schimmel (Grüne) bedankte sich ausdrücklich bei der Stadt für das unkomplizierte Handeln. Es sei "ganz toll, dass sich Herzogenaurach so schnell auf den Weg gemacht hat." Im Landkreis gebe es Gemeinden, die seien bei weitem noch nicht soweit. Aber, so mahnte die Stadt- und Kreisrätin, mit dem Wohnraum allein sei es nicht getan. Sie stellte fest: "Die Betreuung ist wichtig, das Ehrenamt ist gefragt!" Bisher laufe das in Herzogenaurach, koordiniert durch eine Arbeitsgruppe, wirklich super.

Bisher sind in Herzogenaurach und Ortsteilen 26 Menschen untergebracht, verteilt auf vier Häuser, zwei davon privat. "Doch jetzt wird's 'ne andere Größe", sagte die Politikerin und appellierte weiterhin daran mitzuarbeiten. Ihre CSU-Kollegin Ille Prockl-Pfeiffer ist in dieser Gruppe aktiv und ergänzte: "Wir suchen noch Dolmetscher." Auch Bürgermeister Hacker geht von einer positiven Zustimmung in der Bevölkerung aus. Die Pflicht mitzuhelfen, werde erkannt. "Jeder sieht jeden Tag fern."

Ursprünglich Grünfläche

Zeitlich befristet müsse die Nutzung dort deshalb sein, weil der Standort im Bebauungsplan als Grünfläche eingezeichnet ist. Das gilt für den Fall, dass das bisher als Schaeffler-Parkplatz genutzte Areal der "Mühlgärten" bebaut wird. Den Standort fand Hacker als geeignet und durchaus gut angebunden an verschiedene Wege, auch in die Stadtmitte. Das Grundstück liegt direkt an dem Fußgängerweg über die Aurach vom Parkplatz Mühlgärten über die Aurach zu Schaeffler.