So bescheiden sie ihr Leben bisher geführt hat, so bescheiden nahm Schwester Laudolfa (Johanna) Mayr vom Liebfrauenhaus auch aus den Händen von Bürgermeister German Hacker (SPD) beim Ehrungsabend die Stadtmedaille in Silber entgegen. "Das bin ich überhaupt nicht wert, aber freuen tue ich mich schon", bedankte sich Schwester Laudolfa bei der Festveranstaltung.

Die in Pfaffenhofen geborene Schwester der Ordensgemeinschaft "Arme Franziskanerinnen der Heiligen Familie von Mallersdorf" kam vor 25 Jahren nach Herzogenaurach. "Die Lebensleistung der Mallersdorfer Schwestern für das Liebfrauenhaus, seine Bewohner und auch für die Mitarbeiter kann nicht hoch genug gewürdigt werden. Sie verkörpern den Geist des Hauses. Ja, sie stehen für die Werte des Liebfrauenhauses, vor allem bei der Bevölkerung Herzogenaurachs", würdigte Bürgermeister Hacker das Engagement. So kümmern sich die Ordensfrauen unermüdlich, auch als Seelsorger um die betagten Bewohner und begleiten die Sterbenden mit großem Einfühlungsvermögen. Eigentlich könnte Schwester Laudolfa ihren Ruhestand genießen, aber sie kümmert sich weiterhin ehrenamtlich an fünf Tagen die Woche um die ihr vertrauten Bewohner.

Auch die in Schlesien geborene Edith Roppel fühlt sich dem Ehrenamt verbunden, so ist sie nicht nur Gründungsmitglied des Seniorenbeirates, sondern gründete im Jahr 2002 die Singkreise im Liebfrauenhaus und im Haus Martin, um die Bewohner aus dem Heimalltag zu lösen. Edith Roppel kümmert sich vor allem um Demenzkranke, die die alten Lieder noch in ihrem Langzeitgedächtnis gespeichert haben.

Außerdem rief sie im Jahr 2003 im Liebfrauenhaus die Kranken- und Sterbebegleitung ins Leben. Damit ließ es die agile Edith Roppel aber nicht bewenden, so war sie auch Mitbegründerin der Wandergruppe des Seniorenbeirates und zu guter Letzt auch Motor bei der Gründung der Seniorentanzgruppe im Liebfrauenhaus. So ist sie zum Wohle der älteren Menschen mit Herzblut dabei, "sie stellt ihre Leistung und ihr herausragendes ehrenamtlichen Engagement aber nie in den Vordergrund", sagte Hacker und verlieh ihr die Stadtmedaille in Silber.
Ein sehr emotionaler Moment war die posthume Ehrung des Stadtrates Horst Körner, dessen Frau Antje die Stadtmedaille in Gold entgegennahm. Vor Übergabe der Medaille sang die Tochter Eva Körner "Widmung von Schumann", am Klavier begleitet von Margit Denk. Eva Körner widmete dieses Lied ihrem verstorbenen Vater.

Erinnerung in Dankbarkeit

Sowohl Hacker als auch die Fraktionsvorsitzenden Curd Blank (SPD) und Bernhard Schwab (CSU) erinnerten an den am 13. September verstorbenen CSU-Fraktionsvorsitzenden. Die Dankesworte für Horst Körner und die Familie sprach sein Sohn Konrad, der an seinem Vater die klaren Worte und die Aufrichtigkeit zu schätzen wusste. "Ich weiß, mein Vater hätte sich über die Auszeichnung sehr gefreut, denn Herzogenaurach lag ihm am Herzen", schloss Konrad.

Mit der Stadtmedaille in Silber wurde mit Manfred Braun ein Mann geehrt, der sich seit Jahrzehnten für das Gemeinwesen engagiert. So ist Braun nicht nur Vorsitzender der Arbeiterwohlfahrt, Mitbegründer des Seniorenbüros und Vorsitzender des Kunst- und Kulturvereins, sondern auch Mitbegründer der Musikinitiative, der er noch heute als Mitglied im Vorstand angehört. "Wenn man ihn lassen würde, er würde die ganze Stadt umbauen", meinte Curd Blank bei seinen Glückwünschen.

Die Stadtmedaille in Gold bekam SPD-Stadtrat Gotthard Lohmaier überreicht. Lohmaier gehört dem Stadtrat seit 25 Jahren an und engagiert sich besonders für die Städtepartnerschaft mit Kaya und die Partner-Kirchengemeinde Cajamarca. Für 40 Jahre im Stadtrat wurde Konrad Eitel geehrt. Aktuelle Schwerpunkte seines kommunalpolitischen Engagements sind der Personalausschuss und der Aufsichtsrat der Herzo Bäder- und Verkehrs GmbH. Auch die Kontakte zu den Partnerstätten liegen dem passionierten Schafkopfspieler am Herzen. "Konrad Eitel ist ein Meister der politischen Diskussion - kritisch, bisweilen angenehm polemisch und schlagfertig. In der Argumentation ist er ein Politiker mit Ecken und Kanten, der Konflikte nicht scheut und wenn nötig den Finger in offene Wunden legt. Auch wenn es in die des Bürgermeisters ist", erklärte Hacker unter Beifall.