Die beiden Fraktionen von CSU und Freien Wählern wollen sich mit dem Plan der Herzogenauracher Stadtverwaltung, beim Neubau des Rathauses die Lüftungsanlage des Gebäudes im Gewölbekeller des Ratskellers unterzubringen, nicht anfreunden. Dieser Teil könnte dann nicht mehr der Gastronomie zugeordnet werden.

Wie schon in der Sitzung des Stadtrates am 17. Mai äußerten Bernhard Schwab und Walter Drebinger (beide CSU) sowie Manfred Welker (FW) bei einem Pressetermin ihr Missfallen darüber, dass die Entrauchungsanlage, die sich bisher außerhalb des Gebäudes befindet, demontiert und im Gewölbekeller wieder installiert werden. Deswegen werden die beiden Fraktionen zur Juli-Sitzung einen gemeinsamen Antrag stellen: Der Ratskeller (Gewölbekeller) soll auch weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich sein und gastronomisch genutzt werden.


Kleinere Anlage möglich?

Die beiden Fraktionssprecher machen darauf aufmerksam, dass annährend der halbe (18:12) Stadtrat mit dem Beschluss nicht einverstanden war. "Der mit viel Geld sanierte historische Gewölbekeller gehört zur Urkeimzelle, ist ein Teil der Stadtgeschichte und gehört zum Ensemble", erklärte FW-Fraktionssprecher Manfred Welker. Auch der Aussage des Bürgermeisters, man könne die Anlage in späteren Jahren wieder demontieren, mochte Bernhard Schwab keinen Glauben schenken. "Wenn die Lüftungsanlage einmal installiert, dann bleibt sie auch drin, da kann uns der Bürgermeister viel erzählen", kritisierte der CSU-Fraktionssprecher die Aussage Hackers in der Sitzung des Stadtrates.

Außerdem sei die Entrauchungsanlage nach dem Rauchverbot vermutlich überdimensioniert und moderne Anlagen seien bestimmt erheblich kleiner. Nach Besichtigung der Anlage waren die Fraktionssprecher zudem der Meinung, dass die Montagefirma baulich in den Gewölbekeller eingreifen müsste, schließlich müssten die großen Rohre für Zu- und Abluft durch die dicken Mauern und zum Ratskeller durch die Decke geführt werden. Wenn die Anlage einem weiteren Fluchtweg im Wege steht, könnte sie sicherlich verkleinert oder in einer der Garagen unter der Terrasse aufgestellt werden.

Der Verlust eines Stellplatzes wiege nicht so schwer wie der Verlust des Kellers, wurde argumentiert. "Die Leute verstehen nicht, dass der Keller zugebaut und nicht mehr zugänglich sein soll", erklärte Manfred Welker. "Der Planer soll und muss in der nächsten Sitzung den Auftrag erhalten und eine Änderung planen", fordert Bernhard Schwab. Schließlich wurde der Gewölbekeller auch immer wieder genutzt und biete sich für literarische oder kleinere geschlossene Veranstaltungen geradezu an.

Auf Unverständnis stieß auch die Aussage des Bürgermeisters bei der Stadtratssitzung, dass der Ratskeller während des Neubaus des Rathauses geschlossen sein wird. "Der Ratskeller ist saniert und es ist jederzeit ein Zugang über die Terrasse möglich. In den drei vier Jahren haben sich die Gäste verlaufen und die Wiedereröffnung kommt einem Neuanfang gleich", argumentierte Walter Drebinger.

Die beiden Fraktionen sehen keinen zwingenden Grund, den Ratskeller über drei Jahre zu schließen und die Lüftungsanlage zu demontieren. Sollte aufgrund der neu vorgelegten Freiflächengestaltung der Standort der Lüftungsanlage nicht mehr haltbar sein, muss eine andere Möglichkeit gefunden werden, so die Forderung.