Ein Gast wie Georg Gänswein ist nichts Alltägliches. Der Erzbischof ist eine Ausnahme in der langen römisch-katholischen Kirchengeschichte. Denn der 59-Jährige ist nicht nur Präfekt des Päpstlichen Haushaltes - "die rechte Hand" von Papst Franziskus - sondern ist gleichzeitig nach dem Rückzug von Benedikt VXI. dessen Privatsekretär geblieben.


Den "Diener zweier Päpste" hat die katholische Kirchengemeinde gestern Abend in Höchstadt Willkommen geheißen. Bevor es um 18 Uhr zum gemeinsamen Festgottesdienst in der Pfarrkirche ging, versammelte sich am Stadttor eine Abordnung von Politik und Vereinen. Auf dem Marktplatz begrüßten der Spielmannszug und die Stadtkapelle Gänswein musikalisch.

Bürgermeister Gerald Brehm begrüßte "die weltbekannte Persönlichkeit". Anlass für Gänsweins Kommen ist die Widmung des Caritas Hauses nach Papst Benedikt XVI. Aber wohl auch das 25. Priesterjubiläum des Dekans dürfte ein Grund für den Besuch aus Rom sein.


Kemmer begrüßt einen Freund

Denn Kemmer und Gänswein kennen sich gut. "Es ist sicher nicht sein sehnsuchtsvollster Wunsch nach Höchstadt zu kommen. Aber wir werden dafür sorgen, dass es kein Albtraum wird", sagte Kemmer scherzhaft in der Begrüßungsrede. Seinen langjährigen Bekannten empfing er als einen "treuen Zeugen und mutigen Bekenner unseres Glaubens."


Karriere im Vatikan

Gänswein wurde 1956 im Schwarzwald geboren. 1984 empfing er die Priesterweihe. Mit der Zeit machte er Karriere im Vatikan. 2003 wurde er Sekretär von Joseph Ratzinger, damals noch Kardinal. Ihm diente er auch, als dieser 2005 zum Papst gewählt wurde.

Einen Monat vor seinem Amtsverzicht spendete Benedikt XVI. Gänswein die Bischofsweihe. Auch unter Papst Franziskus ist Gänswein Präfekt des Päpstlichen Haushaltes geblieben. Aufgabe ist es unter anderem Audienzen und Papstbesuche zu organisieren. Gänswein wird bis Freitag in Höchstadt bleiben. Am Donnerstag ist ein Treffen mit Gymnasiasten geplant.