Besima und Armin Hadzic wollten einfach nur eins: helfen. Über die Medien haben die Hotelinhaberin und ihr Sohn immer wieder mitbekommen, dass Unterkünfte für Asylbewerber gesucht werden. Sie zögerten nicht lange. Seit anderthalb Jahren stellen sie nun Zimmer in ihrem Hotel "Zur Post" in Heßdorf zur Verfügung. "Derzeit haben wir 24 Flüchtlinge bei uns", sagtArmin Hadzic, Manager des Hotels.

Das Hotel ist eines von inzwischen 17 Unterkünften im Landkreis, in denen zur Zeit Flüchtlinge aufgenommen sind. Sie leben teilweise in Gasthöfen, teilweise in privat angebotenen Wohnungen. 302 Asylbewerber sind es aktuell. Allein 79 leben in der Gemeinschaftsunterkunft am Lappacher Weg in Höchstadt. "Derzeit kommen viele Flüchtlinge aus Syrien", sagt Anne-Marie Müller, Leiterin der Abteilung für Umwelt und Soziales im Landratsamt.

Strom reißt nicht ab

Und der Strom aus Kriegsregionen aus der ganzen Welt reißt nicht ab. Anfang November kommen 150 Flüchtlinge dazu, die in der Turn- und der Bauhalle der Berufsschule in Herzogenaurach untergebracht werden. Weitere Zuweisungen sind laut Müller auch in Zukunft zu erwarten. Die Unterbringungskapazitäten müssen deshalb weiter ausgebaut werden. "Das Landratsamt sucht weiterhin nach Grundstücken und Räumlichkeiten", erklärt sie. Über die Bezahlung der Quartiere möchte Hannah Reuter, Pressesprecherin des Landratsamts, nicht öffentlich sprechen. Im Nachbar-Landkreis Forchheim gilt jedoch grob: Es werden ortsübliche Mieten bezahlt und pro Bewohner um die 20 Euro am Tag.

Die Unterbringung von Asylbewerbern bedeutet aber nicht nur für das Landratsamt, sondern auch für die Gemeinden eine Herausforderung. Nicht überall bestehen Möglichkeiten, Flüchtlinge aufzunehmen. Versuche, doch eine Lösung zu finden, laufen aber vielerorts auf Hochtouren. Zum Beispiel in Mühlhausen. Hier soll nun die Hausmeisterwohnung der Schule zur Verfügung gestellt werden. Voraussetzung: "Die Wohnung sollte ausschließlich an eine Familie mit schulpflichtigen Kindern vergeben werden. Der Bezug zur Schule muss da sein", betont Bürgermeister Klaus Faatz (CSU).

Lonnerstadt will helfen

Auch Lonnerstadt will helfen. Der Gemeinderat war sich einig, die Wohnung im Kleebauernhaus für Flüchtlinge anzubieten, sobald die Guru-Anhänger ausgezogen sind. Das soll noch dieses Jahr der Fall sein. Und auch Adelsdorf hat dem Landratsamt nun ein Areal von 2000 Quadratmetern in der Industriestraße angeboten, auf dem Container aufgestellt werden können. "Ob die Wohnung geeignet ist, muss noch geprüft werden", sagt Bürgermeister Stefan Himpel (FW).

Das Engagement ist groß. Ablehnende Reaktionen mancher Anwohnern würden zwar nicht ausbleiben, "im Vordergrund steht aber die große Bereitschaft, sich ehrenamtlich bei der Betreuung der Asylbewerber zu engagieren", betont Müller.