Das wichtigste Kriterium bei allen Überlegungen sei der Denkmalschutz gewesen. Das sagte Bürgermeister German Hacker (SPD) am Donnerstagabend im Stadtrat, als es um die Vorhaben auf dem Josefsplatz im Ortsteil Niederndorf ging. Wie mehrfach berichtet, soll das Pfarrzentrum zugunsten zweier Neubauten abgerissen werden. In den neuen Gebäuden soll eine Kindertagesstätte eingerichtet werden, nebst Räumen für die Kirche. Bauherr ist die katholische Kirche, den Großteil der Kosten trägt aber die Stadt.
"Das Ensemble bleibt erhalten", betonte Hacker. Er wertete das Vorhaben als eine "große Aufwertung für Niederndorf." Der Bürgermeister betonte , wie schon bei der Beratung im Planungsausschuss, dass das Gebäude für den Zweck Kita nicht sanierungsfähig sei.
Das bestätigte Walter Drebinger (CSU). Es seien zu viele gefangene Räume in dem Bau, was einen Umbau zu einem Kindergarten unmöglich mache, sagte er. Und betonte: "Ich kenne das Haus." Auch habe die CSU mit Pfarrer Hetzel geredet und von ihm das positive Ergebnis einer Machbarkeitsstudie bekommen. Da sei erkennbar, dass die Erschließung von allen Seiten künftig möglich sei, was für die Fraktion sehr wichtig sei. "Unsere Infos sind vom Bauherren", fügte Drebinger hinzu und regte an, das künftig von der Stadt zu erhalten.
Das hatte auch sein Fraktionskollege Franz-Josef Lang angemahnt. Ihn hätten die Pläne "kalt erwischt", weil er das aus der Zeitung habe erfahren müssen. Auch Lang wünscht eine bessere Information. Manfred Welker (FW) hingegen stellte den Standort in Zweifel. Und kritisierte: "Wir reißen prophylaktisch das Gebäude ab, obwohl niemand weiß, was kommt." Er wünschte sich ein Konzept. Daraufhin geriet Bürgermeister Hacker ob dieser "unterirdischen Aussagen" in Rage. Er habe selten so etwas unfassbares gehört, sagte er und stellte fest, dass überhaupt nichts prophylaktisch geschehe und erst abgerissen werde, wenn die Planung durch sei. Diese gilt es nun, seitens der Kirche als Bauherr anzustoßen. Bisher wisse man nur, dass das Vorhaben machbar sei. In der Sitzung ging es auch nur um die grundsätzliche Zustimmung.
Für Franz-Josef Lang (CSU) und Jochen Heinzel (SPD) war es wichtig, dass man angesichts des sehr ortsprägenden Ensembles beim Neubau behutsam umgehen müsse.