Man glaubt, sich in einem englischen "Cottage Garden" wiederzufinden. Im vorderen Teil ähnelt der Garten von Christine und Fritz Grau in Ailersbach noch einem der schönen alten Bauerngärten von einst. Im Landhausstil habe sie ihren Garten gestaltet, sagt die Besitzerin.

Durch einen Rosenbogen hindurch betritt man dann einen Bereich, der dem Bauerngarten entwachsen, gewissermaßen geadelt ist: Ein Zaubergarten mit einem alten Kirschbaum, darunter eine lauschige Sitzgruppe, ein Bachlauf mit kleinem Weiher, eine "japanische" Sitzecke mit Bambus und einem Spiegel - nur dazu da, dem Garten noch mehr Raum zu geben, tut sich dem Auge auf. Am "Tag der offenen Gartentür" kommenden Sonntag ist der Garten in Ailersbach wie auch der Wohngarten der Familie Utzmann in Adelsdorf von 10 bis 17 Uhr zur Besichtigung geöffnet.

Allzuoft wird Christine Grau wohl nicht in den Genuss kommen, an ihren Lieblingsplätzen der Muse zu frönen. Drei Stunden tägliche Pflege beansprucht dieses Paradies, das sie mit ganz viel Liebe pflegt. Dabei verfolgt sie ein Grundkonzept: kein bunter Garten, sondern grün, weiß und zwischendrin ein paar Farbtupfer in zartem Rosa. Nur die in vollem Rot leuchtenden, 50 Jahre alten Rosen ihrer Schwiegermutter durften bleiben.

Mit Buchseinfassungen gestaltet, zeigt der Vorgarten eine unglaubliche Vielfalt an Blumen, Stauden und Gemüsepflanzen. Wie zufällig stehen Salat, Bohnen und Zucchini innerhalb der Buchsrabatten neben Stockrosen, Schleierkraut, Rittersporn, Borretsch, Frauenmantel, Hortensien, Lupinen, Rosen und vielem mehr. Dazwischen rustikale Dekorationen aus rostigem Eisen in vielen Formen, teilweise sogar antiquarisch erworben. Das Ganze ist eine vollkommene Einheit aus Eleganz und Wildheit mit versteckten Oasen der Stille.

Selbst das von Rosen umsäumte gläserne Gewächshaus stellt keinen Fremdkörper dar. Über all dem erhebt sich ein Balkon, der in den Garten hineinzuwachsen scheint. Weil man einen Garten auch riechen muss, achtet die Besitzerin auf duftende Pflanzen wie den Colastrauch am Weg oder die alten englischen Rosen.

Folie stoppt das Unkraut

Ein völlig anderes Bild vermittelt der Garten von Carmen und Reinhard Utzmann in Adelsdorf. Ein moderner Wohngarten mit großem Freizeitwert für die ganze Familie. So aufwändig er auch in der Anlage war, jetzt und in der Zukunft ist er sehr pflegeleicht. "Man will seinen Garten ja auch genießen", sagt Carmen Utzmann.

Maximal zwei Stunden in der Woche reichen ihr aus, um Unkraut auszuzupfen. Denn bei der Modernisierung des Gartens vor drei Jahren haben die Utzmanns unter den Beeten Unkrautfolie verlegt und diese mit Rindenmulch bedeckt. Als Elektrotechniker hat Reinhard Utzmann im gesamten Garten ein computergesteuertes Bewässerungssystem verlegt. Dadurch könne man auch mal in Urlaub fahren, ohne dass der Garten zu einer Wüste verdorrt.

Carmen Utzmann genießt es - trotz der klaren Linienführung ihres Gartens - inmitten der Natur zu wohnen. Gleich hinter dem Garten schließen sich die Felder an, und von dort kommen alle möglichen Tiere "zu Besuch". Sogar ein Fuchs habe schon durch die Terrassentür ins Wohnzimmer geschaut. Ein Garten-Highlight findet sich gleich neben dem Eingang des Einfamilienhauses: Der als Felsengarten gestaltete Zugang zum Keller mit Lichthof.