Nach zwei Dorffesten und dem Tag des offenen Gewerbegebiets gibt die Gemeinde Adelsdorf nun den Anstoß für eine Veranstaltung der besonderen Art: die "Grüne Meile". Viele interessierte Adelsdorfer waren der Einladung zur zweiten "Grüne Meile"-Infoveranstaltung gefolgt: Geschäftsleute, Vertreter von Vereinen, Privatpersonen und Gemeinderäte sowie Zweite Bürgermeisterin Jutta Köhler (SPD) kamen am Dienstagabend in den Sitzungssaal des Adelsdorfer Rathauses, um zu hören, was es mit dieser Idee eigentlich auf sich hat.

"Im Jahr 2014 gibt es in Adelsdorf kein Dorffest und die Weppersdorfer möchten ihr Dorffest aussetzen", erklärte Bürgermeister Karsten Fischkal (FW) zur Begrüßung. "Aber ganz ohne geht's wirklich nicht", meinte er voller Überzeugung. Beim Richtfest der Firma Soldan am 19. Juni kam im Gespräch mit Heidi und Helga Soldan die Idee zu diesem Projekt auf, berichtete Fischkal. "Könnte man nicht so etwas wie die Blaue Nacht zum Vorbild nehmen und die Hauptstraße zwischen der Firma Soldan und dem Edeka-Degen zu einer Eventstrecke machen?", meinten sie damals spontan. Der Bürgermeister fing diesen Ball auf, aus der Farbe Blau wurde Grün und da die genannte Strecke genau 1,6 Kilometer lang ist, entstand so der Name "Grüne Meile".

Fischkal gab diese Idee an die Adelsdorferin Kerstin Blum weiter, die in der Vergangenheit bereits verschiedene kreative Events für die Gemeinde organisiert hatte. Sie setzte sich mit dem Gedanken auseinander und erarbeitete eine Projekt-Idee, die sie nun den Zuhörern vorstellte. "Die Farbe Grün bewirkt positive Assoziationen, steigert die Kreativität", erklärte sie, "und gerade dieser Aspekt ist wichtig für dieses Event von Adelsdorfern für Adelsdorfer".

Lokale Firmen, Geschäfte und Vereine könnten sich gemeinsam präsentieren und die Farbe Grün spiele natürlich eine zentrale Rolle. Sie forderte die Vereine und Unternehmen dazu auf, sich Gedanken darüber zu machen, wie sie wirklich sich und ihre Arbeit in den Vordergrund stellen können und nicht nur Essen und Getränke anbieten wie beim Dorffest oder am Weihnachtsmarkt.

In ihrer Präsentation gab Kerstin Blum Anstöße, welche Formen dies annehmen könne: Stände mit interessanten Angeboten könnten die Meile beleben, Aktionen wie eine Modenschau, Schmuckverkauf, Vorführungen von Handwerkskunst, eine Kunstausstellung des Vereins Schloss-Kunst, ein Teezelt im Schlossgarten, eine "Grüne Bar", aber auch Straßenmusiker, Artisten, Jongleure, Stelzenläufer, Feuerkünstler und Magier wären vorstellbar.
"Die Meile ist lang, und so könnten Rikschas die Besucher von A nach B bringen oder man bewegt sich mit Segways fort", meinte die Referentin. Auch einen Benefiz-Staffellauf enthält die Präsentation - "hier denke ich an den SCA", warf Fischkal augenzwinkernd als Aufforderung an die anwesende Vertreterin des Sportvereins ein. Am Abend wären Konzerte denkbar, noch dazu wo am geplanten Termin, Samstag, 12. Juli, Vollmond ist. Sie könnten für junge Leute auf dem Sportplatz oder dem Schulgelände und für die ältere Generation im Schlossgarten stattfinden.

Am Ende ihres Vortrages warf Kerstin Blum einige grundlegende Fragen auf: Soll dies ein einmaliges Spektakel werden? Welche Auswirkungen soll es für das Dorf haben? Wie bezieht man die Bevölkerung mit ein? Soll die Grüne Meile ein Anstoß für mehr Gemeinschaft und Miteinander werden? Wie steht es mit der Nachhaltigkeit? Auf dieser Grundlage regte sie an, die "Grüne Meile" als Anlass zu nehmen, den Ort zu begrünen, das Ortsbild damit bleibend zu prägen und die Lebensqualität zu verbessern.

Kerstin Blum betonte, dass ein sorgfältig strukturiertes, gemeinschaftliches Event, an dem sich die Dorfgemeinschaft sowie die ortsansässigen Unternehmen, Vereine und Bildungseinrichtungen beteiligen, um das Leben dieser Gemeinschaft zu gestalten, die Identifikation mit dem Wohnort steigern kann. "Die Beteiligung der Bevölkerung an der nachhaltigen Gestaltung des Zusammenlebens und des Lebensraumes sorgt für Stolz und Zusammenhalt, aber Erfahrungswerte zeigen auch, dass solche gemeinschaftlichen Projekte eine höhere Akzeptanz in der Öffentlichkeit finden und beispielsweise weniger unter Vandalismus leiden," erklärte Kerstin Blum.
Im Anschluss an die Präsentation der Projekt-Idee wurde lebhaft diskutiert und die Anwesenden brachten viele Ideen und Anregungen ein. Auf die Frage, wie es nun weiterginge, erklärten Karsten Fischkal und Kerstin Blum, dass man die schriftlichen Rückmeldungen abwarten müsse. "Zuerst brauchen wir die Meldungen der Vereine, Geschäftsleute, Künstler, Schulklassen, BRK, ASB, Feuerwehr, einfach aller Interessierter - auch von außerhalb -, die sich vorstellen können, mitzumachen", erläuterte der Bürgermeister. "Dann ist ein festes Team wichtig, das in die Details geht", fuhr er fort.

Die Interessierten bekamen einen Fragebogen, den sie möglichst bis zum Wochenende ausgefüllt an die Gemeinde zurückschicken sollen. "Erst wenn wir alle Ideen gesammelt haben und wissen, wie groß die Resonanz ist, können wir Nägel mit Köpfen machen", sagte Fischkal. Wer keine Gelegenheit hatte, zu den Infoabenden zu kommen, kann sich gerne noch einbringen und seine Ideen auch nach Ende der Woche per E-Mail an gemeinde@adelsdorf.de senden oder unter Telefon 09195/94320 durchgeben.