Über 20 Euro habe ich an der Kasse des Supermarkts hingeblättert. Die Summe straft im ersten Moment Andrea Schober Lügen, dass selber gerichtete Brotzeit preiswerter - und gesünder - sei als der Kauf eines fertig belegten Brötchens.

Auf den ersten Blick nur. Denn etliche Nahrungsmittel und Zutaten sind nun mal nicht grammweise zu kaufen. Dafür reicht die handelsübliche Packungsgröße für mehrere Mahlzeiten, wenn nicht gar als kleine Beigabe eine Woche und länger. Nüsse oder Kürbiskerne, zum Beispiel. Und bei der Schokolade sollte es auch so sein.

"Kaufen Sie mal das, was Sie gerne essen wollen", hatte mich die Ernährungsberaterin losgeschickt. Am verabredeten Termin wollte ich zwei leichte Mahlzeiten im Büro einnehmen und kaufte deshalb zwei Brötchen. Kosten: 98 Cent. Drei Scheiben Schinken kosten 1,70 Euro. Dazu noch ein Quark und körniger Frischkäse, 90 Cent, aber das reicht für gut für vier Semmeln als Aufstrich.


Geld sparen

Das Salatblatt bekommt man nicht einzeln, aber zwei Romanaherzen kosten 1,49 Euro. "Diese Salatsorte hält sich gut; da können Sie noch in einigen Tagen sich einen Salat richten", kommentiert Schober meinen Einkauf.
Auf rund 3,60 Euro kommen meine zwei belegten Brötchen - ohne den zusätzlichen frischen Paprika und die Tomaten, aber eingerechnet die Paprika-Creme und die Nüsse.

Für diese Summe gibt es kaum mehr als das Leberkäsbrötchen oder das mit Frischwurst, Gurkenscheibe und - vielleicht noch - Alibi-Salatblatt. Die Spanne in Bäckereien und Metzgereien für fertige Snacks beginnt bei etwa 1,50 Euro und endet über der Drei- Euro-Marke.

"Einfach den Preis vergleichen genügt nicht; wir müssen schon die Qualität und die Ausgewogenheit der Zutaten heranziehen", "tröstet" mich Schober, weil mein Experiment scheinbar gescheitert ist. Und dann legt sie los...


Kalorien sparen

Schinken kontra Frischwurst: "Egal welche Sorte man nimmt, der Fettgehalt von Wurst liegt zwischen 20 und 35 Prozent." Gut findet sie, dass ich anstelle von Butter oder Margarine auf Quark zurückgegriffen habe. "Dafür ist es praktisch, einen mageren fertig gewürzten zu nehmen. So kann man einige Kalorien sparen", lobt sie mich. Auch er hält geöffnet einige Tage im Kühlschrank.

Schober nimmt diese Zutaten und belegt das eine Brötchen. Eine Spalte Paprika und eine kleine Tomate runden es ab. Es sieht wirklich appetitlich aus. Transportieren könnte man es so wohl nicht, aber vor dem Essen schnell zusammenstellen. Es dauert nur Sekunden, hat Schober gerade bewiesen.


Nicht mit Gemüse sparen

Damit auch die Gemüseration nicht zu klein ausfällt, legt sie noch Paprika dazu. "Fünfmal am Tag soll man Gemüse und Obst essen. Wegen der Vitamine und Mineralstoffe. Zudem hat beides deutlich weniger Kalorien als Fett und Kohlenhydrate." Schober hat beobachtet, dass man sich leicht verschätzt, welche Mengen man zu sich nimmt."Bei Büroarbeit reichen 2000 Kalorien gut aus. Das ist auch der Wert, auf den sich die Angaben auf Lebensmittelpackungen beziehen", klärt sie mich auf.

Mein Rezept mit Frischkäse und Ajvar oder griechischen Paprikasalat kennt sie nicht. Die Zusammenstellung findet sie gut und bequem. Denn man löffelt nur den Körnigen Frischkäse und vom Ajvar auf das aufgeschnittene Brötchen. Und fertig ist es? Schober schlägt eine Tomate als Garnitur vor; ich dagegen hole die Nusstüte heraus. "Das ist noch besser; Nüsse enthalten zwar Öl, aber besonders zuträgliches."

Eine kleinen Nachtisch gestattet sie mir auch: Ich entscheide mich für eine Sharonfrucht und ein Stückchen dunkle Schokolade. Falls ich zwischendurch doch Hunger bekäme, habe ich noch den Apfel. ...

Übrigens: Die Schokoladentafel habe ich noch nicht ganz aufgegessen.