Er sei einer der letzten Eingeborenen von Höchstadt, behauptet der Römer Schorsch von sich. Ein Leben lang hat sich der 62-jährige Georg Römer in das kulturelle Leben seiner Heimatstadt eingebracht. Trotzdem greift er nun über deren Grenzen hinaus.

Als Kreismusikpfleger soll er der Motor der Musikpflege werden. Landrat Alexander Tritthart (CSU) überreichte ihm jetzt im Beisein der kulturellen Mitstreiter im Landkreis Erlangen-Höchstadt, der Kreisheimatpfleger Bettina Keller und Manfred Welker, die Ernennungsurkunde.

Schwerpunkt dieses Ehrenamts ist die Volksmusik- und Volkstanzpflege. Für den erfahrenen Musiker, der seine Professionalität in Nordrhein-Westfalen an der Militärmusikschule der Bundeswehr in Hilden bei Düsseldorf und beim Heeresmusikcorps 10 in Ulm erlangt hat, gehören ganz selbstverständlich "auch Jazz, Swing, Bigbandsound und Streichmusik" dazu.

Ausführen will er sein neues Amt getreu seinem Motto "Die Kultur kommt aus Ochsenschenkel, aber sonst ist die Welt in Ordnung." Wenn man es ganz genau nimmt, kommt die zusätzliche Aufgabe eineinhalb Jahre zu früh. Solange ist der gelernte Krankenpfleger noch im Außendienst eines Sanitätshauses tätig. Bis zum Ruhestand, so ist sich Römer sicher, muss er deshalb Prioritäten setzen. Als erstes hat er sich eine Auflistung aller im Landkreis agierenden Laienmusikgruppen (aller Art) vorgenommen.

Landrat: Vita prädestiniert ihn für das Amt

"Seine Vita prädestiniert ihn für das Amt", fasste der Landrat Römers Aktivitäten zusammen. Begonnen hat der musikalisch-kulturelle Lebenslauf - wie sollte es auch anders sein - als Jungklarinettist bei der Stadtkapelle. Ihr und ihren Unterformationen wie der Hornochsenband ist Römer bis heute treu geblieben, übte sogar mehr als 20 Jahre das Amt des ersten Vorsitzenden aus. Seit 2012 darf er sich Ehrenvorsitzender nennen.

Schon 1981 initiierte er die Gründung der Höchstadter Volksmusikanten und schloss sich der Arbeitsgemeinschaft fränkische Volksmusik an. Im gleichen Jahr machte er sich an die Wiederbelebung des Heimat- und Verschönerungsvereins und übernahm Vorstandsämter. Seit 2003 trägt er als erster Vorsitzender viel Verantwortung, wie dieser Tage für die Höchstadter Kirchweih. Den Kellerbergverein hat er gewissermaßen ausgelagert.
Auch die geistliche Musik kommt bei Römer nicht zu kurz. Neben Verwaltungsaufgaben für die Spitalkirche und Aufgaben als Pfarrgemeinderat fand er noch die Zeit, in der Schola von St. Georg und bei den Don-Bosco-Musikanten in Bamberg mitzuwirken.

Diese vielen Erfahrungen will Römer in den nächsten fünf Jahren einbringen und allen Interessierten in Fragen der Musik- und Brauchtumspflege zur Seite stehen. "Schön, dass es den Posten gibt", betonte Kreisheimatpfleger Welker.