Tief beeindruckt von der Herzlichkeit der Menschen Kaya in Burkina Faso und den vielen persönlichen Kontakten zeigen sich die Mitglieder der Delegation, die Herzogenaurachs Partnerstadt jetzt einen Besuch abstatteten. Ihr Fazit: Sie werden die Freunde gerne weiter unterstützen und im persönlichen Austausch auch von ihnen lernen.

Am Freitag begann das intensive Besuchsprogramm mit der Grundschule im Sektor V von Kaya. Die Schule wurde schon seit jeher aus Herzogenaurach unterstützt, aktuell mit zwei Schränken für Unterrichtsmaterial. Es fehlen allerdings weitere Schulbänke, die Schüler sitzen teilweise zu viert auf einer Bank, die eigentlich nur für zwei gedacht ist. In einer Klasse waren sogar 104 (!) Schülerinnen und Schüler, keine der sechs Klassen hatte unter 70 Schüler.

In jeder Klasse wurden die Gäste mit einem Lied begrüßt, der mitgereiste Trompetenkünstler Lars Töpperwien revanchierte sich stets mit einem Stück. Direkt nebenan stellte der Direktor des Rehazentrums Morija seine Einrichtung vor. In dem Zentrum können Operationen stattfinden, Rehamassnahmen durchgeführt werden, bis hin zur Anfertigung bzw. Anpassung von Prothesen. Das Zentrum hat hohe Bedeutung für die gesamte Region, weit über Kaya hinaus. Träger ist die evangelische Kirche in Burkina Faso. Die Herzogenauracher übergaben Sachspenden der Fachklinik Herzogenaurach übergeben, die dankbar angenommen wurden.

Nachmittags zeigte ein Stadtrat eines Vorstadtsektors in der ländlichen, hügeligen Umgebung ein bedeutendes Zeitzeugnis der Entwicklung des Landes, die Hochöfen von Tiwega. Diese dienten der Roheisenherstellung. Sie werden auf ein Alter von über 600 Jahren geschätzt. Sie sind denkmalgeschützt und liegen in einer beeindruckenden Landschaft vor den Toren Kayas. Lars Töpperwien hat auch hier mit einem Lied aus seiner Trompete einen ganz besonderen Moment geschaffen.

Nach den Hochöfen wurden die Gäste im Dorf von Roger Bamogo empfangen, dem Bronzekünstler, der 2012 zum 40. Jubiläum bei Walter Drebinger in der Schmiede zu Gast war. Bei dem überaus herzlichen Empfang wurden vier lebende Hühner als Geschenk überreicht.

Beschlossen wurde der Tag mit einem kulturellem Abend in der neuen Halle der Region in Kaya. Viele Vertreter der politischen Ebenen Stadt, Provinz und Region waren gekommen, um mit der Delegation den Abend zu verbringen.

Am Samstag wurde anlässlich des Besuchs aus Herzogenaurach der "Bürgermeistercup" im neuen Regionalstadion in Kaya ausgetragen. Sieben Mannschaften hatten im Vorfeld ein Turnier ausgetragen und das Endspiel fand dann im Stadion statt. Zur Einstimmung gab es ein Freundschaftsspiel mit gemischten Mannschaften aus Kaya und Herzogenaurach, das 1:1 endete - und das vor der Kulisse von rund 2000 Zuschauern. Alle sieben Mannschaften des Turniers bekamen von den mitgereisten Vertretern von Adidas und Puma, Sven Pastowski und Frank Wächter, Sporttaschen mit Fußballequipment als Preise überreicht.

Zum Abschluss nahmen die Gäste am Sonntagsgottesdienst in der Kathedrale von Kaya statt. Jean-Désiré Sawadogo und Helmut Hetzel unterstützten Pfarrer und Kaplan der Kathedrale. Lars Töpperwien und Bernhard Schwab begleiteten die Gruppe aus Herzogenaurach bei drei auf Deutsch gesungenen Strophen von "Großer Gott wir loben dich".