Mit einem festlichen Freiluftgottesdienst im Höchstadter Schlosshof begann das Fronleichnamsfest in Höchstadt. Musikalisch umrahmte den Gottesdienst die "Kleine Dorfmusik Wachenroth" unter der Leitung von Richard Hofmann.

Die Stadtkapelle mit ihrem Dirigenten Georg Römer konnte in diesem Jahr nur den musikalischen Part der Prozession übernehmen. Zusammen mit dem Hausmeister des Landratsamts, Robert Heimann, sorgten der städtische Bauhof, der Automobilclub Höchstadt mit Johannes Riegler, der Skiclub mit Hubert Scheidel sowie das Mesnerteam der Pfarrei mit Gerhard Wirkner und Thomas Tuphorn für die Ausgestaltung des Schlosshofes.

Die Höchstadter Vereine und Zünfte mit ihren Fahnen und Standarten, Figuren- und Himmelträgern freuten sich genauso wie Bürgermeister Gerald Brehm an der Spitze der Vertreter des öffentlichen Lebens über die günstige Witterung. Gut 50 Feuerwehrleute sicherten den Prozessionsweg quer durch das Stadtgebiet. Erstmals an der Prozession nahm auch die neue Leiterin der Polizeiinspektion Höchstadt, Sabine Röhrer, teil.

Im Vorfeld lag den Organisatoren der Prozession mit Georg Franz als Festauschussvorsitzendem sowie den kirchlichen Gremien daran, dass alle Figuren und Fahnen wie gewohnt wieder an der Prozession teilnahmen. Aus dem Pfarrhaus wurden deshalb alle Beteiligten im Vorfeld erfasst und angeschrieben. Zwei Figuren, die in den letzten Jahren nicht mehr mitgetragen wurden, trugen heuer erstmals Erzieherinnen aus den drei katholischen Kindertagesstätten auf ihren Schultern durch die Stadt.

Trotz des großen ehrenamtlichen Engagements zum Fronleichnamstag - nach Angaben des Pfarramtes sind über 200 Personen aktiv mit einer Aufgabe beteiligt - wird es immer schwerer, Menschen für die Übernahme eines Dienstes zu gewinnen.

Dekan Kilian Kemmer bat deshalb in seiner Ansprache angesichts des Feiertages am Ende der Pfingstferien, klare zeitliche Prioritäten zu setzen, um Tradition und öffentliches Bekenntnis zum Glauben sowie die Verbundenheit zur Kirche zum Ausdruck zu bringen. "Es geht nicht um Folklore, billige Belustigung oder rückwärtsgewandten Traditionalismus. Es geht um Jesus Christus."

Fronleichnam ist nach Ansicht Kemmers "die unschwer umzusetzende Konsequenz, einer stets wiederholten Forderung Folge zu leisten: Wer fordert, die Kirche muss sich bewegen, erkennt an Fronleichnam, wie kirchliche Bewegung aussieht."

Nicht mit plumpen Parolen oder Streikaktionen, sondern nur in Begleitung von Jesus Christus und mit der Vergewisserung seiner Wegweisung habe Kirche eine Zukunft. Mit einem fulminanten Orgelspiel des 13-jährigen Henning Schwarz an der Weise-Orgel endete in der Stadtpfarrkirche nach dem langen Prozessionsweg ein großes Glaubensfest.

Herzogenaurach

Für die öffentlichkeitswirksame Demonstration ihres Glaubens bedankte sich Stadtpfarrer Helmut Hetzel am Fronleichnamstag bei den Helfern und einer großen Anzahl Gläubiger. Frühzeitig hatten auch die Anwohner des Prozessionswegs die Häuser mit Fahnen und Blumen geschmückt. Gestaltet wurde die Feier in Konzelebration von Stadtpfarrer Helmut Hetzel, Professor Dr. Elmar Klinger sowie Kaplan Pater Moison Michael MSFS. Als Vertreter der Kirchen nahmen Seelsorgebereichsräte und Kirchenräte von St. Maria Magdalena und St. Otto teil sowie Kommunionkinder.

Da das Wetter mitspielte konnte die Meßfeier auf dem Marktplatz begangen werden. Hetzel würdigte die gute Zusammenarbeit in Herzogenaurach, die es ermögliche, das Podium auf dem Marktplatz für den Fronleichnamsgottesdienst zu nutzen.

Hetzel begann seine Predigt mit: "Wir alle trauen uns was!" Denn die Herzogenauracher gehen auf den Marktplatz und zeigen sich als Christen in der Öffentlichkeit. "Obwohl es in der heutigen Zeit eigentlich besser wäre, sich hinter Kirchenmauern zu verbergen wegen zahlreicher Vorwürfe, die uns beschämen müssten, Finanzskandalen und Missbrauchsvorwürfen, aber auch der Umgang mit Frauen oder wiederverheirateten Geschiedenen." Für Hetzel ist die Glaubwürdigkeit der Kirche besudelt .

Mit den Worte: "Es kommt auf Jesus an, der uns Mut macht, unseren Weg in der Öffentlichkeit zu gehen, selbstbewusst als Christen in dieser Welt", schloss Hetzel. Nach der Eucharistiefeier formierte sich die Prozession. Neben Heiligenfiguren wurden die in der Stadtpfarrkirche verwahrten Zunftstäbe von Handwerkern aus Herzogenaurach mitgeführt.

Hannberg

Das Fronleichnamsfest in Hannberg begann mit einem Gottesdienst, danach trug Pater Claus Bayer die Monstranz mit dem Leib Christi unter einem barock-roten Himmel durch die Straßen. Die prunkvolle Prozession wurde von sehr vielen Gläubigen begleitet; darunter Kinder, die Blumen streuten. 

Die Figur des Heiligen Josefs wurde von verheirateten Männern getragen, die Figur des Heiligen Wendelins von unverheirateten Männern und die barocke Marienfigur Maria Siegerin aus der Pfarrkirche von Frauen des Trachtenvereins Großenseebachs. Erstmals hatten Frauen ein Blumenbild erstellt und eine Station ausgeschmückt.