Schützenvereine haben oft einen schlechten Ruf. Rückständig, veraltet sollen sie sein und vor allem werden sie auch immer wieder mit Amokläufern in Verbindung gebracht. Der Schützenverein Hubertus in Adelsdorf wollte am Samstag mit diesen Vorurteilen aufräumen.

Oft werden die Sportschützen mit voreingenommenen Meinungen konfrontiert, erklärt die Vorsitzende Martina Glotz. Klar, so sagt sie, gäbe es auch schwarze Schafe unter den Schützen, doch man dürfe diese nicht auf den gesamten Sport umwälzen. "Die Vorurteile sind meist sehr unbegründet." Es sei kein "Ballern", das den Sport ausmacht. Vielmehr komme es auf Körperbeherrschung, Konzentration und Gleichgewicht an, um das Ziel optimal zu treffen. Zudem seien die Vorschriften und Regularien im Umgang mit den Waffen sehr streng. Um eine Waffe zu kaufen, muss man mindestens ein Jahr lang regelmäßig geschossen haben und das "Bedürfnis" danach nachweisen. "Da gibt es ganz strenge Regularien - und das ist auch gut so", sagt Glotz.

Bereits ab zwölf Jahren dürfen Kinder mit einem Luftgewehr schießen, Jugendliche ab 16 mit einem Klein- und ab 18 Jahren mit einem Großkaliber. Um aber auch für die ganz Kleinen etwas anbieten zu können, wird der Schützenverein aus Adelsdorf sein Angebot erweitern. Am Samstag stellte er bei seiner Veranstaltung "Frühlingserwachen" das Blasrohrschießen vor, bei dem es vor allem auf die Lunge ankommt. Denn mit dem Mund wird ein Pfeil auf ein Ziel abgeschossen - bei einem Wettkampf ganze 60 Mal. Die Abstände betragen je nach Altersklasse zwischen fünf und zehn Meter.


Aufbruchstimmung

"Frühlingserwachen" war das Stichwort beim Schützenverein, denn nicht nur die Natur erblüht langsam aber sicher, sondern es herrscht auch wieder Aufbruchstimmung bei den Schützen. Seit einem Jahr sind Martina Glotz und Thomas Hümmer die zwei Neuen im Vorstand und haben viel vor. Vor allem die Jugend soll weiter gestärkt werden. So konnte man in diesem Jahr bereits fünf neue Heranwachsende für sich gewinnen. Insgesamt kommt der Verein auf rund 20 Schützen im Jugendbereich und weitere 70 erwachsene Mitglieder. "Es wurde frischer Wind gewünscht, jetzt ist er da", erklärt die Vorsitzende freudig. Die Idee, eine Veranstaltung zur Aufklärung wie die am Samstag zu organisieren, war dabei nur einer von vielen Plänen, die der neue Vorstand hat.

Die Besucher konnten aber nicht nur ihre Vorurteile abbauen, sondern gleichzeitig auch noch shoppen. Denn der Schützenverein hat seine Räume für eine kleine Messe zur Verfügung gestellt. Bei Cocktails, Fingerfood und Kuchen gab es zahlreiche Aussteller, die Deko, Schmuck und Haushaltswaren anboten.

Einer davon war Stefan Hußenöder, der mit seiner Kettensäge aufwendige Skulpturen aus Holz anfertigt. Live führte er den Gästen vor, mit welchem Fingerspitzengefühl man vorgehen muss. Anschließend wurde eine Skulptur versteigert. Der Erlös ging zur Hälfte an den Schützenverein Hubertus - natürlich auch für die Jugend und den frischen Wind im Verein.