Maria und Karoline Maszewski und Simon Figarcz sind etwas aufgeregt. Am Sonntag geht ein lang gehegter Traum in Erfüllung: Ihre Seniorentagesstätte wird eröffnet.

Maria Maszewski ist seit über 20 Jahren Altenpflegefachkraft. Ihre beiden Kinder Karoline (20) und Simon (29) sind ihrer Mutter nachgefolgt und auch im Pflegedienst tätig. "Die Idee hinter unserer Seniorentagesstätte ist, dass wir das Leben für die Leute schöner machen möchten", sagt Maria Maszewski. "Im Altenheim bleibt oft nicht genug Zeit, um sich intensiv um die Senioren zu kümmern."

Das soll bei ihrem Familienbetrieb mit dem Namen "Hand in Hand" anders werden. Insgesamt 18 Betreuungsplätze haben sie in dem angemieteten Gebäude in der Straße "An den drei Kreuzen" im Gewerbegebiet. "Es werden pro Person 14 bis 16 Quadratmeter Fläche gerechnet", erklärt Simon Figarcz. Es gibt auch schon einige Interessenten, Verträge dürfen aber erst im August geschlossen werden. Die Preise berechnen sich grundsätzlich nach der Pflegestufe der Senioren. Für die Familien der Betreuten entstehen pro Tag 18 Euro Eigenanteil-Kosten. Den Rest bezahlt die Krankenkasse.

"Es war ganz schön viel Papierkram, den wir da erledigen mussten, bis alles klar war", sagt Simon Figarcz. Die Planungen und die Suche nach geeigneten Räumen begannen schon im Oktober 2013. Seit April wurden die Räume nun eingerichtet. Besonders stolz ist das Team auf die 1300 Quadratmeter große Gartenanlage. "Da können die, die schon immer gerne im Garten gearbeitet haben, dann auch nach draußen und wenn sie wollen auch etwas anpflanzen", sagt Simon Figarcz. Aber auch die Räume im Haus sind modern und gleichzeitig gemütlich eingerichtet. Das Bad und die Toilette sind altengerecht gebaut, die offene Küche modern gestaltet und eine abgetrennte Ruhezone wurde ebenfalls geschaffen.

Der Tagesablauf ist in der Seniorentagesstätte klar strukturiert: Es gibt einen Hol- und Bringservice, die Angehörigen können ihre Senioren aber auch persönlich, zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit, vorbeibringen. Zwischen 16 und 16.30 Uhr gehen die Senioren dann zurück in ihre Familien.

Wenn morgens alle Senioren da sind, wird gemeinsam das Frühstück vorbereitet, gegessen und danach aufgeräumt. Zwischen den Mahlzeiten wird verschiedenes Programm geboten: von Basteln über Sitztänze bis zu Denkspielen. "Wir wollen die Dinge fördern, die noch funktionieren", sagt Karoline Maszewski. "Außerdem sollen die Angehörigen entlastet werden." Deshalb haben sie auch den Namen "Hand in Hand" für ihre Seniorentagesstätte gewählt, denn die Arbeit der Angehörigen, der ambulanten Pflege und der Tagesstätte soll gemeinschaftlich passieren, um es für alle Beteiligten so angenehm wie möglich zu gestalten.