Die gesamte russische Delegation mit Familie Wedel, viele Vertreter des öffentlichen Lebens, Waldemar Kleetz (CSU), Bürgermeister von Gremsdorf, Stadträte, Gläubige und Bewohner der Einrichtung der Barmherzigen Brüder, sowie der Provinzsekretär Vater Eduard Bauer aus München, hatten sich in der Stadtpfarrkirche zum gemeinsamen Gebet versammelt.

Pastoralreferent Peter Jankowitz von den Barmherzigen Brüdern erzählte aus dem Leben des Seligen: Ein Unfall in jungen Jahren machte ihn zu einem Gehbehinderten. Bei einem späteren Besuch in einem Kloster war er so fasziniert vom Gebet und Gemeinschaftsleben der Barmherzigen Brüder, dass er 1989 die Ordensgelübde ablegte. Ausgelassenheit, Mut, Geduld und Gottvertrauen zeichneten ihn aus. In der Nazizeit wurde er direkt mit der Gestapo konfrontiert und nach 30 Verhören brach er zusammen - trotzdem blieb er seinem Glauben treu.

Landrat Eberhard Irlinger drückte seine Hochachtung vor dem Seligen aus. "Er hat sich den Nazis nicht gebeugt. Er sollte heute ein Vorbild und Beispiel für uns sein!"

Auch Bürgermeister Gerald Brehm (JL) ergriff das Wort. "Mir kommt als Bürgermeister die seltene Aufgabe zu, eine Kirche zu verwalten und zu betreuen." erklärte er. "Die Gründung von Spital und Kirche St. Anna entwickelte sich bis zum heutigen Tag zu einer Erfolgsgeschichte für Menschen in Not." Besonders stolz ist Brehm auf den kleinen Schrein - ein Kunstwerk, das aus den Händen zweier alter Höchstadter Handwerksfamilien stammt: von der Steinmetzfamilie Regine Sailer und der Goldschmiede Alois Plätzer.

Domkapitular Msgr. Georg Holzschuh, der als Regionaldekan die St. Anna-Feststadt Forchheim vertrat, hielt die Festansprache: " Eustachius könnte während seiner Zeit in Gremsdorf auch einmal hier in dieser Kirche gewesen sein. Heute ist er aber bestimmt mitten unter uns.". versicherte er. "Es ist beeindruckend, wie er seine Behinderung angenommen hat und nicht in Selbstmitleid versunken ist.", fuhr er fort. "Daraus könnten wir etwas lernen: Ja sagen zu sich selbst, vorwärts schauen und trotz Einschränkungen etwas aus seinem Leben machen!"

Die musikalische Umrahmung der Feier übernahm der Kirchenchor von St. Georg. Nach dem Te Deum formierte sich ein langer Zug - nach den Fahnenabordnungen die Stadtkapelle Höchstadt - und Diakon Georg Paszek, begleitet von Dekan Kilian Kemmer, dem Regionaldekan Msgr. Georg Holzschuh und Pastoralreferent Peter Jankowitz, trug den kleinen kostbaren Schrein zur St. Annakapelle, wo er beigesetzt wurde.