Die Reaktionen reichten von bedauerlich (Jörg Bubel) bis enttäuschend (Doris Wüstner): Dem Schulausschuss des Landkreises blieb in seiner Sitzung gestern Vormittag nichts anderes übrig, als die Ausführungen von Landrat Eberhard Irlinger (SPD) zur Kenntnis zu nehmen. Eine Fachoberschule in Herzogenaurach habe zurzeit keine Chance auf Genehmigung, sagte er.

Der Kreischef hatte sich auf Antrag von SPD und CSU erneut im Kultusministerium schlau gemacht, aber eine bessere Nachricht als bisher konnte er dem Ministerialdirigenten German Denneborg nicht entlocken. Im Gegenteil: Die Haltung sei eher noch kritischer geworden, sagte Irlinger. An einer Ablehnung sei momentan nicht zu rütteln.

Das Ministerium bezog sich auf Schülerzahlen zum jetzigen Schuljahr, die man an den umliegenden Standorten Erlangen, Fürth und Forchheim eingeholt hatte. In den Eingangsklassen erhalte man 28 Schüler im Bereich Technik, 39 Wirtschafter und 31 Soziale. Denneborg schreibt an den Landrat: "Damit wird die (...) geforderte zuverlässige Zweizügigkeit in zwei Ausbildungsrichtungen bei weitem nicht erreicht".

Weitere Gründe einer Ablehnung sei die Sorge Münchens um die FOS Erlangen, die ohnehin einen Schülerrückgang zu verzeichnen habe und von einer Schule in Herzogenaurach betroffen wäre. Und als dritten Punkt führte das Ministerium sie private Fachoberschule in Höchstadt an. Die wäre dann durch eine staatliche FOS in der Nähe "massiv beeinträchtigt".

Bubel: Bedarf ist da

Jörg Bubel (SPD) gefielen diese Aussagen schon deshalb nicht, weil er sehr wohl eine Nachfrage erkennen könne. Das zeige ja die private Schule in Höchstadt: "Der Bedarf ist da".
CSU-Kreisrätin Doris Wüstner schloss sich der zuvor geäußerten Haltung von Landrat Irlinger an, diese Stellungnahme jetzt zwar zur Kenntnis zu nehmen, das Vorhaben aber keinesfalls aus den Augen zu verlieren. Schließlich führe das Ministerium auch keine neuen Argumente an, sagte sie.

Maschinentechnik boomt

Jörg Bubel verwies auf die Möglichkeit einer Kooperation mit der Fachoberschule Erlangen. Das sei dort angeregt worden. Dazu stellte der Landrat aber fest, dass eine solche Zusammenarbeit ja nur Sinn mache, "wenn wir eine Schule kriegen". Doris Wüstner sah den Hintergrund dieses Vorschlags aus Erlangen darin, dass man damit ja Geld aus dem Landkreis bekäme. "Ich bleib am Ball", versprach Eberhard Irlinger. "Es ist nach wie vor richtig und wichtig, wenn wir eine Fachoberschule bekämen".

Gut angenommen wird indes die kommunale Fachschule für Maschinenbautechnik, die am Berufsschulstandort Herzogenaurach im September 2011 gestartet wurde. Wie Irlinger erläuterte, werden bereits zwei Jahrgangsstufen beschult. Alle verfügbaren 66 Plätze seien ohne Probleme vergeben worden. Außerdem lägen bereits zahlreiche Anmeldungen für die Folgejahre vor.

An dieser Fachschule wolle man eventuell einen Zweig Mechatronik einführen. Hier müssten noch Gespräche geführt werden. Im ersten Quartal des kommenden Jahres will der Landrat die Angelegenheit in den Kreisgremien entscheiden lassen.