Wenn heute irgendwo auf der Welt ein Airbus abhebt, ermöglichen das auch Lager der Firma "RWG Frankenjura Flugwerklager". Dieses Unternehmen sitzt noch in Dachsbach, möchte aber so schnell wie möglich in Höchstadt landen. Am Kiebitzengraben, einem Teil des Gewerbegebietes Aischpark, hat sich die seit 2002 selbstständige Tochter des US-Konzerns Kaman Corp. zunächst einmal 15.000 Quadratmeter gesichert - mit einer Erweiterungsmöglichkeit um nochmal 10.000.


In allen Airbus-Typen vertreten

Die Dachsbacher Firma zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Flugwerklagern für die internationale Luft- und Raumfahrtindustrie. "Wir sind in allen Airbus-Typen vertreten", sagt Geschäftsführer Michael Bönig. Er führt seit zwölf Jahren in Dachsbach die Geschäfte, hatte vorher eine leitende Position bei Airbus.

"Wir wollen mehr sein als scheinen", ist die Devise des Diplomingenieurs. Bahnt man sich durchs Dachsbacher Neubaugebiet den Weg auf das Firmengelände, wird deutlich, warum das Unternehmen "am liebsten gestern" umziehen würde. Mit den 140 Mitarbeitern platzt der Zulieferer für die Flugzeugindustrie aus allen Nähten. In den vergangenen zehn Jahren hat die Firma ihren Umsatz verdoppelt und die Zeichen stehen weiter auf Expansion. Personalchefin Corinna Haunschild hat allein im Dezember schon sechs neue Arbeitsverträge unterschreiben lassen und ständig laufen weitere Gespräche, sagt sie.


Sonderprämie für die Mitarbeiter

Sieben Lehrlinge werden derzeit ausgebildet, jedes Jahr kommen zwei weitere dazu. "Immer für den eigenen Bedarf", versichert Haunschild. Fachkräfte sind das Kapital der Firma. 80 Prozent der Belegschaft sind bestens ausgebildete Spezialisten. Weil die Geschäfte heuer gut gelaufen sind, dürfen sich alle 140 Mitarbeiter an der Weihnachtsfeier über eine Sonderprämie freuen - "Urlaubs- und Weihnachtsgeld sind natürlich obligatorisch", sagt Bönig.

Vor zwei Jahren begann er damit, nach einem neuen Standort Ausschau zu halten und die nähere und weitere Umgebung zu erforschen. Dachsbach schied wegen einem zu hügeligen und schlecht angebundenen Gewerbegebiet aus. Die Wohnorte der Mitarbeiter im Auge, entschied sich die Unternehmensführung unter mehreren Angeboten für Höchstadt. Viele Beschäftigte würden ohnehin aus dem Raum Höchstadt und Erlangen kommen. Bönig: "Wir müssen attraktiv werden für unsere Mitarbeiter." In Erlangen begann 1943 auch die Geschichte des Unternehmens.

Der neue Standort in Höchstadt an der A3 soll diese Attraktivitätssteigerung bringen. Auf einer Hallen- und Bürofläche von über 4000 Quadratmetern werden dann auf vier Hauptproduktlinien über 20.000 verschiedene Teile gefertigt. Meist in kleinen Serien, die sich strengsten Überwachungen und Prüfungen stellen müssen, um dann in Airbussen, Hubschraubern, Eurofightern oder Ariane-Raketen zu funktionieren.

Um nicht nur mit aufwendigen Zulassungsverfahren zu arbeiten, mischt die Firma "als Hobby" auch in der Formel 1 mit. Hierfür produziere man ganz schnell hoch anspruchsvolle Teile und sehe im Rennen sofort die Ergebnisse, schmunzelt Geschäftsführer Bönig.