Am Donnerstagabend um 19.13 Uhr endete ein langer Tag für die Feuerwehr Hemhofen. Ein letzter Funkspruch: "Das Löschfahrzeug ist geborgen und wieder einsatzbereit." Das war tatsächlich eine Überraschung und eine gute Nachricht. Denn kurz zuvor hatte die Mannschaft noch geglaubt, dass das Tanklöschfahrzeug "im Eimer" ist. Respektive im Weiher, denn das Fahrzeug hatte nicht nur sinnbildlich auf der Kippe gestanden.

Begonnen hatte der lange Tag im Grunde eine Nacht zuvor. Da waren die Hemhofener Floriansjünger wie ihre Kameraden aus Röttenbach und Zeckern im Einsatz, um eine Holzhütte nahe eines Weihers bei Hemhofen zu löschen. Dieser Auftrag war auch schnell erledigt und es ging für die Kräfte wieder nach Hause. Doch drei Stunden nach dem Einsatz und den wenigen Stunden Schlaf gingen die Sirenen erneut - Nachlöscharbeiten an gleicher Stelle waren angesagt.


Vorsichtige Flucht aus der Seitentür


Und da passierte dann das Unglück. Das Löschfahrzeug kam kurz vor dem Einsatzort auf dem schmalen Weiherdamm ins Rutschen. 2000 Liter an Bord und eine sechsköpfige Mannschaft. Einer der Insassen berichtete später: "Wir waren zum Glück sehr langsam unterwegs. Ich habe gerade noch nach vorne geschaut und da ging es schon bergab." Der Schreck saß der Mannschaft tief in den Gliedern und es erfolgte ein Aufatmen, dass der Laster nicht komplett auf die Seite und damit in den Weiher gestürzt war. "Wir sind dann über die Seitentüre vorsichtig aus der Kabine geklettert."
 

Um den Druck auf den Damm zu nehmen und ein weiteres Abrutschen zu verhindern, wurden die 2000 Liter Wasser langsam abgelassen - darauf achtend, dass der Damm nicht weiter aufgeweicht und beschädigt wird. Ein erster Bergungsversuch wurde in Folge mit dem alarmierten Rüstwagen der Höchstadter Feuerwehr unternommen, doch dies funktionierte nicht. Auch ein hinzugerufener Kran der Firma Schaz aus Dechsendorf konnte zunächst nicht helfen. Das Risiko, dass der Laster beim Bergen weiter abrutscht, war zu groß. Die Bergungsfirma hatte allerdings noch einen "100-Tonnen-Kran" der den Wehrlern aus der Bredouille helfen sollte.


Banges Warten auf den Kran


Da dieser leistungsstarke Kran aber in Nürnberg unterwegs war, hieß es warten. Erst gegen 17.30 Uhr rückte das schwere Gefährt an.

Sobald dieser in Stellung gebracht war, ging alles sehr schnell. Als ob es die 12,5 Tonnen des Feuerwehrautos nicht gäbe, hob der Kran das Gefährt an und setzte es wieder auf die ebene Dammkrone. Der Einsatzleiter setzte sich in den Wagen, drehte den Zündschlüssel und zum Erstaunen der Umstehenden startete der Motor sofort. Mit eigener Kraft ging es zurück ins Gerätehaus.

Fazit des Einsatzes: eine müde Feuerwehrmannschaft, hilfsbereite Kameraden aus Zeckern und Höchstadt, keine Verletzten, fast kein Sachschaden - aber eine hohe Rechnung für die Bergung.