Es ist ein Zweckbau, aber es soll ein richtiges "Heim" werden. Wenn es nach Bürgermeister Johannes Krapp (CSU) geht, soll das neue Feuerwehrzentrum Schlüsselfeld für alle Wehren der Stadt ein echtes Zuhause werden.

Das Feuerwehrhaus an der Bamberger Straße wurde am Sonntagvormittag mit einem sehr würdigen Festakt eingeweiht. Den Segen der Kirche spendeten Pfarrer Wolfgang Dettenthaler, sein evangelischer Amtsbruder Pfarrer Johannes Kestler und Diakon Georg Paszek.

Rot und Blau waren an diesem strahlenden Morgen die vorherrschenden Farben auf dem Feuerwehrgelände. Neben den Feuerwehraktiven aller Schlüsselfelder Ortsteile nahmen auch Nachbarwehren und Patenfeuerwehren an der festlichen Einweihung teil.

Die Kreisfeuerwehrführung mit Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann an der Spitze, die Chefs der Bamberger Polizei, Bürgermeister der Nachbargemeinden, Stadträte, Vertreter aus Politik und Wirtschaft und viele Bürger füllten die riesige Fahrzeughalle. Die Einsatzfahrzeuge standen wie zur Parade vor den Toren des langgestreckten Gebäudes. Als die Fahnen gehisst wurden, ließ der Spielmannszug der Feuerwehr Höchstadt feierlich die Nationalhymne erklingen.

"Heute ist ein Tag der Freude", sagte Krapp. In seiner gesamten Stadtgemeinde glaubte er "ein Strahlen" zu vernehmen. 46 Jahre hat das bisherige Feuerwehrhaus auf dem Buckel, wie der Vorsitzende der Feuerwehr Thomas Messingschlager bei seiner Begrüßung wissen ließ. Als es errichtet wurde, sei es das modernste im weiten Umkreis gewesen.


Bau kostete 3,6 Millionen Euro

Rund 3,6 Millionen hat das neue Haus verschlungen. Nach 17 Monaten der Bauzeit konnte die Feuerwehr Anfang September umziehen. An erster Stelle war es dem Bürgermeister aber ein Herzensanliegen, den Feuerwehraktiven danken, die trotz aller Gefahren und Schwierigkeiten ihren Dienst tun.

Danke sagte Krapp auch den Gewerbetreibenden für ihre soziale Verantwortung. Nicht nur, dass sie den Bau des Feuerwehrhauses unterstützt haben, sie würden auch die Mitarbeiter für den Feuerwehrdienst freistellen.

Von diesem Dienst und bewegenden Szenen wusste in eindringlichen Worten Notfallseelsorger Georg Paszek zu berichten. Der Feuerwehrdienst sei als der verlängerte Arm Gottes zu sehen, sagte der Diakon in seiner beeindruckenden Predigt.

Es mache einen Unterschied, ob jemand "Just for Fun" Mitglied in einem Verein werde oder zur Feuerwehr gehe, um ganz bewusst Menschen zu helfen.

"Der ganze Landkreis ist gesegnet und Schlüsselfeld ist eines unserer Aushängeschilder", sagte Landrat Johann Kalb (CSU).

"Ein denkwürdiger Tag" war die Einweihung auch für Kreisbrandrat Bernhard Ziegmann. Viel Lob fand er für die "hoch motivierte, gut ausgebildete und hervorragend ausgerüstete Schlüsselfelder Wehr".


60 Einsätze heuer bisher

Dafür, dass Schlüsselfeld das Wechsellader-Konzept des Landkreises übernommen hat und zu vielen Einsätzen auf der Autobahn ausrücken muss, zollte er den Aktiven und ihren Kommandanten Georg Krug und Markus Hanika große Anerkennung. Nach den Worten von Feuerwehrvorstand Messingschlager war dieses Jahr "ein Rekordjahr".

Sechzig Einsätze habe die Schlüsselfelder Wehr bereits gehabt. Daneben hätten Mitglieder und Aktive viele Stunden ehrenamtlich beim Neubau und beim Umzug geleistet und so die Stadtkasse entlastet. Er wünsche sich, dass das neue Zentrum die Zusammenarbeit mit den Ortsteilwehren vertiefe. Als Symbol für die Zusammenarbeit wurde von jeder Ortsteilfeuerwehr ein Baum gepflanzt.