Der Europaabgeordnete der Freien Wähler (FW) Arne Gericke läuft durch die dunklen Katakomben des "Mühlstüberl" am Kellerberg. Karsten Wiese, Vorsitzender des Kellerbergvereins, und FW-Landtagskandidat Christian Enz weisen ihm den Weg durch die Gänge. Während oben die Sonne scheint, ist es unten kühl und feucht. Dass der Kellerberg ein wichtiges Kulturgut der Region ist, davon überzeugte sich der Europaabgeordnete Gericke am Mittwoch bei seinem Besuch am Höchstadter Kellerberg selbst.

Der Besuch ist Teil einer Tour unter dem Motto "Europa. Heimat deutscher Kultur-Regionen". Für Gericke sind diese "Wahlkreis-Wochen" als Europaabgeordneter Pflicht. "Mein Wahlkreis ist Deutschland", sagt er. Wasser und Kultur waren die Schwerpunkte, über die Gericke sprechen wollte.

Und weil "der Kellerbergverein für Bierkultur steht", habe man sich bewusst für diesen Treffpunkt entschieden, erklärt Enz. Tourismusfördernd, generationenübergreifend, integrativ: "Es gibt viele gesunde Mechanismen, die hier beteiligt sind. Schon deshalb ist der Kellerberg förderwürdig", findet auch Gericke.


Bereits EU-Gelder über die Leader-Förderung

Über die Leader-Förderung sind bereits EU-Gelder in den Höchstadter Kellerberg geflossen. "Warum nicht weiterdenken und weiter fördern?", fragt der Europaabgeordnete. In Anbetracht dessen, was die Keller für die Stadt bedeuten, müsse man über eine zusätzliche Förderung nachdenken, so Gericke. Dazu gehöre auch, dieses Kulturgut zu schützen.

Denn der Schwerlastverkehr sei ein Problem für den Kellerberg. Der Eingang der Keller, die sogenannten Keller-Hälse, sowie die gesamten Keller werden durch den Verkehr brüchig. Außerdem seien die Belüftungsschächte in den Kellern bei Baumaßnahmen zugemacht worden, berichtet Vorsitzender Wiese. Nun sammle sich dort zu viel Feuchtigkeit.


Karpfenteichwirtschaft ist einzigartig

Neben dem Kellerberg ist die Karpfenteichwirtschaft ein Alleinstellungsmerkmal im Aischgrund. Schließlich seien die vielen kleinen Teich hier einzigartig. "Es ist wichtig, dass die Entscheider in der EU die Region kennen", sagt Martin Oberle (FW). Ein "Mallorca 2", also eine Touristenhochburg, solle aber nicht aus dem Aischgrund werden, betont Höchstadts Bürgermeister Gerald Brehm (JL). Davor warnt auch Enz: "Wir dürfen den Aischgrund und den Kellerberg nicht zu einem Freiland-Museum machen". Gesunder Tourismus sei hier das Stichwort.

Dabei ist es nicht immer leicht, überhaupt an eine EU-Förderung zu kommen. Der Bürokratismus der EU hat schon viele Kommunen vor eine Mammutaufgabe gestellt. "Man muss ein Instrumentarium finden, damit es vereinfacht wird", fordert Brehm. Durch Pauschalzuschüsse, oder mehr Eigenkontrollen vor Ort könne das Prozedere vereinfacht werden. "Es kann nicht sein, dass der Aufwand für eine Prüfung höher ist, als das Ergebnis", sagt Brehm.