Gleich zwei Anlässe zu feiern hatte die katholische Kirchengemeinde von St. Ägidius in Gremsdorf: 100 Jahre Kirchenneubau und Pfarrfest.

Der Höhepunkt des Festtages war das Pontifikalamt mit Erzbischof Ludwig Schick aus Bamberg, der auch die langjährige Mesnerin Monika Junggunst, die aus gesundheitlichen Gründen ihren Dienst aufgeben musste, verabschiedete.

Der heilige Ägidius - der Namenspatron der Kirche - starb um das Jahr 725 und er gehört zu den volkstümlichen Heiligen, die unter die 14 Nothelfer aufgenommen wurden. Seit dem Jahr 1424 war Gremsdorf schon eine eigene Pfarrei. Es gab bereits ein Gotteshaus, das wahrscheinlich durch das Kloster Michaelsberg in Bamberg gestiftet wurde. Die Kirche, die 1913 abgerissen wurde, um einem Neubau Platz zu machen, stammte wahrscheinlich aus dem 15. Jahrhundert. Sie glich eher einer Kapelle, wurde im Lauf der Zeit mit einer Grundfläche von 71 Quadratmetern zu klein und war baufällig. Schon 1845 wandte sich der damalige Pfarrer Johann Zirkel wegen einer Kirchenerweiterung an das Ordinariat in Bamberg. Aber es dauerte noch Jahrzehnte, bis ein Neubau ausgeführt werden konnte.

Am 26. März 1913 endlich wurde die alte Kirche abgerissen und im Jahr 1910 beauftragte man den Architekten Prof. Friedrich Fuchsenberger mit der Planung eines Kirchenneubaus, dessen Gesamtkosten bei 36 520 DM lagen. Am 3. September 1913 fand die Weihe der Ägidius-Kirche durch den damaligen Erzbischof Jakobus von Hauck - nach einer Bauzeit von nur fünf Monaten - statt. Pfarrer war Anton Kießling, Bürgermeister Georg Scheubel und der Hauptlehrer am Ort war Georg Reichelt. Leonhard Thomann aus Poppenwind und Georg Ruß aus Krausenbechhofen waren in der Kirchenverwaltung tätig. So liest man es in der liebevoll gestalteten Jubiläumsfestschrift, die Pfarrgemeinderatsvorsitzender Erich Silberhorn mit seinem Sohn Norbert erstellt hat.

Beim Festtag mischte sich Pfarrer Josef Dvorák, der von 1985 bis 1995 von Sterpersdorf aus als Pfarradministrator in Gremsdorf eingesetzt war, schon zu Beginn unter seine ehemaligen Schäfchen und er erkannte jeden einzelnen. "Mich ärgert es, dass alle jünger geworden sind, nur ich nicht", teilte er charmant Komplimente aus. "Wer vertritt Jesus Christus in unserer Pfarrgemeinde?", so hatte Pfarrer Gebhardt einmal vor langer Zeit seine Schulkinder im Religionsunterricht gefragt. Die Antwort kam schnell: "Die Monika." Zum Dank erhielt sie eine Statue der echten heiligen Monika.

Viele Gläubige, Vereine mit Fahnenabordnungen, die Kinder der Kindertagesstätte und einige Vertreter aus der Politik hatten kurz vor 17 Uhr vor dem Rathaus den Erzbischof erwartet, der sich ins Goldene Buch der Gemeinde eintragen durfte. "Wenn Erzbischöfe reisen, lacht der Himmel", freute er Bürgermeister Waldemar Kleetz (CSU).

Stellvertretende Landrätin Karin Knorr (FW) schloss sich auch im Namen des Landrates der Begrüßung an. "Ich bin glücklich", sangen die Kinder der Kindertagesstätte.
Der Festzug ging gegen 17 Uhr unter den Klängen der Gremsdorfer Blasmusik vom Rathausplatz zur Kirche. Die Organistin Monika Köberlein präludierte Werke von J. S. Bach und begleitete den Volksgesang, die Lieder aus der Schubertmesse intonierte die Gremsdorfer Blasmusik.

Am Altar standen dem Erzbischof Dekan Kilian Kemmer, der ehemalige Pfarrer Egmont Topitz, die ehemaligen Pfarrer Josef Dvorák und Erwin Gebhardt und der polnische Kaplan Grzegorz Grinn zur Seite.
Er mischte sich anschließend unters Volk und sicherlich hatten noch viele seiner Schäflein die Gelegenheit, mit ihrem Oberhirten ein paar Worte zu wechseln.