Es war der Startschuss, der am Freitagvormittag gefallen ist. Ein Startschuss, bei dem man nicht weiß, wie lange die Läufer brauchen, um am Ziel zu sein, bei dem niemand weiß, wie lange die Strecke eigentlich ist und wo genau das Ziel liegt.

Rund 50 Schüler der Montessori-Schule haben am Freitag für die Umwelt demonstriert. Sie sind ein Teil der "Fridays For Future"-Bewegung. Seit Wochen finden bundesweit jeden Freitag Proteste von Schülern gegen den Klimawandel statt."Es wird Zeit, dass wir uns für die Umwelt einsetzen", erklärt Schülerin Lea aus der 10. Jahrgangsstufe. Sie findet es schade, dass sich die Politiker nicht so intensiv um den Klimaschutz bemühen.

"Wo ist mein Zuhause?" steht auf einem anderen Plakat von Alex. Zu sehen ist ein Eisbär, der keine Schollen mehr um sich herum hat, sondern nur noch einen Schwimmreifen. "Die Eisbären verlieren ihren Lebensraum", erklärt der Schüler. Das Eis schmelze, die Zeit werde knapp. Deswegen sei er auf die Straße gegangen.

Die Idee dazu kam von den Schülern selbst, wie Lehrerin Nicole Conrad erklärt. "Die Lehrer begleiten die Schüler lediglich", sagt sie weiter.

Seit Dienstag planen die Jugendlichen die Aktion. Zuerst habe eine Klasse die Idee gehabt, sich der Bewegung anzuschließen. Nach und nach kamen viele Schüler der Sekundarstufe, also 12- bis 17-jährige Jugendliche, hinzu.Der Protest sei laut Conrad auch deshalb von Vorteil, weil die Kommunikation untereinander gefördert wird. Außerdem setzen sich die Schüler aktiv mit dem Thema auseinander. Es sei ein "riesen Prozess", denn die Organisation der Veranstaltung auf dem Marktplatz unterlag den Schülern. Auch Schulleiterin Rebekka Oberhofer unterstütze das Vorhaben der Jugendlichen.

Die Montessori-Schule bindet schon seit Längerem den Umweltschutz in den Unterricht ein, so die Lehrerin. Es gebe Seminare und Workshops zum Thema, jeder Schüler habe auch seine eigene Flasche und Tasse in der Schule, um sie am Wasserspender aufzufüllen. "Wir werden den Pausenverkauf so verändern, dass er nachhaltiger wird", verspricht die Pädagogin. Nachhaltig, ökologisch: Unter anderem auch die Themen, die die Schüler auf ihre Plakate gemalt haben.

Mit "Keine Bienen, kein Wir", "Für Artenvielfalt" und "Stoppt die Plastikflut" verliehen sie ihrem Protest Ausdruck. So versuchen die Schüler auch im Alltag, Plastik zu verringern. Ihnen sei bewusst, dass ein kompletter Plastikverzicht nur sehr schwer möglich sei, doch in vielen Bereichen des Lebens lasse sich einfach Plastik einsparen.

Weitere Demos folgen

Der Protest am Freitag soll dabei nicht der letzte gewesen sein, erklärt Lehrerin Conrad: "Wir werden Wiederholungstäter!" In den kommenden Tagen möchte man auch andere Schulen aus Herzogenaurach begeistern, bei dem Protest mitzumachen. Wie lange die Schüler jeden Freitag für die Umwelt auf die Straße gehen, ist fraglich, denn das Ziel ist ungewiss.