Die Feiertage mit Familienbesuchen, ein Urlaub oder ein Klinikaufenthalt stehen an. Wohin nun mit der Katze? Miezen sind genügsam, manche Freigänger sogar "Selbstversorger", aber länger sollte man sie nicht sich selbst überlassen. Katzenpensionen können eine Lösung sein, aber die Fellnasen hassen Umzüge, fremde Umgebungen und kommen nicht mit allen Artgenossen klar. Und nicht jeder hat verständnisvolle Angehörige, die zwei Mal am Tag nach dem Haustier schauen, das Katzenklo reinigen und rausgewürgte Fellknäuel aufheben.

Aus diesem Grund entstand 1995 in Baden-Württemberg der Verein "Freundeskreis Katze und Mensch", der inzwischen bundesweit über 7900 Mitglieder hat. Nach dem Motto "Betreust Du meine Katze, betreue ich Deine Katze!" gibt es hier Katzensitting von privat für privat. In Erlangen leitet Wendy August, die zwei lebhafte Main-Coon-Katzen und eine schüchterne Glückskatze ihr Eigen nennt, seit drei Monaten die regionale Gruppe.

"Der Verein hat derzeit 32 Mitglieder und wächst. Im Moment wohnen alle Betreuer in Erlangen, aber wir wollen auch das Umland abdecken", sagt August. Einmal monatlich findet ein Stammtisch der Katzenfreunde statt. Dort können Interessenten die Personen kennenlernen, denen sie ihre Katzen anvertrauen würden, und deren Katzen sie im Gegenzug hüten würden. Vor einem Urlaub findet eine Vorbesprechung statt. Da stellt sich schnell heraus, ob die Chemie zwischen Betreuer und Katze stimmt. "Die Katze auf sich zukommen lassen und Leckerchen!", das funktioniere meistens, so Wendy August.

Natürlich gibt es Katzendiven, die trotz persönlicher Betreuung das Sofa verwüsten oder den regulären Schälchenaufreißer nach dem Urlaub tagelang anschmollen. Oder aber das Fressen einstellen, wie August zu berichten weiß: "Kater Willi wollte nicht mehr fressen, aber nach einem ,Telefonat‘ mit seiner Besitzerin kam der Appetit wieder."

Tabletten in Thunfisch

Und dann gibt es noch kranke Katzen, denen man Medikamente verabreichen muss: "Tabletten in Thunfisch - klappt eigentlich immer", lacht die Leiterin der Katzenfreunde. Blumen gießen und Briefkasten leeren ist auch in der Betreuung inbegriffen.

Der Verein kümmert sich auch um herrenlose Katzen sowie die Vermittlung von Katzen aus schlechter Haltung an Pflegestellen. Die nächste Gelegenheit, die Katzenfreunde kennenzulernen, besteht am Mittwoch, 5. Dezember, um 19 Uhr, in der Gaststätte "Rotes Ross" in Eltersdorf. Dort findet auch ein Weihnachtsbasar statt. Um Anmeldung unter erlangen@katzenfreunde.de wird gebeten.