Wer etwas für das öffentliche Grün tun will, der handelt immer richtig. Das merkte Bürgermeister German Hacker in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend an. Und so war es auch keine Frage, dass sich die CSU mit einem Antrag einstimmig durchsetzen konnte. Die Stadt soll am Bundeswettbewerb "Entente Florale" teilnehmen, wünschte Kurt Zollhöfer. Das wird aber erst 2015 geschehen, weil das kommende Jahr noch zu früh gegriffen sei, meinte Hacker. Damit waren die Antragsteller einverstanden.

"Entente florale" heißt übersetzt "Blumiges Einvernehmen" und über ein solches freute sich Zollhöfer dann auch. Der Wettbewerb sei mit einer Gartenschau, ob groß oder klein, nicht zu vergleichen und setzt auf mehrere Ziele. Seit 2001, so erläuterte der CSU-Stadtrat, habe sich "Entente Florale - gemeinsam aufblühen" als Forum grüner Stadtentwicklung etabliert. Der Wettbewerb könne Startschuss für eine nachhaltige und bürgerliche Grünentwicklung sein, sagte Zollhöfer. Damit könne man eine Stadt lebens- und liebenswerter gestalten, die Bürger in die Grüngestaltung integrieren und das Image fördern. Vergleichbar sei das, auf einer anderen Ebene, zum Beispiel mit dem "Energy Award".

Bürgermeister German Hacker bat darum, die Planungszeit etwas länger zu fassen. Bis 2014 sei das nicht machbar, zumal Zollhöfer zuvor von einem Grünflächen-Masterplan gesprochen hatte, was eben auch Zeit erfordere. Und auch das entsprechende Personal sei im kommenden Jahr noch nicht verfügbar. Unabhängig von der Teilnahme an dem Wettbewerb will der Bürgermeister drei neue Stellen in der Gärtnerei schaffen. Im Krisenjahr 2009 habe man abgebaut, das soll sich nun ändern. Hacker: "Da die Wünsche in Bezug auf Grünraumplanung nun deutlich zunehmen, müssen wir auch Personal hierfür bereit stellen". Das sei auch im Vorgriff auf die Entwicklung auf der Herzo Base zu sehen.

Der Bürgermeister verwies aber auch auf vier Projekte, die im Zusammenhang mit einer verbesserten Grüngestaltung bereits angestoßen wurden. Diese Aufgaben würden das Personal für die nächste Zeit erst einmal binden. Gerade jetzt falle viel Arbeit an, da sich der Frühling so lange Zeit ließ und die Natur jetzt schlicht explodiert sei.

Dass ein softes Thema wie die Grüngestaltung den Räten die Chance gab, die Angelegenheit locker und spaßig anzugehen, zeigte sich im Lauf der Debatte. Auch Curd Blank (SPD) zeigte sich von seiner humorigen Seite. Ein Rosenheim sei Herzogenaurach momentan weniger, schon eher ein Moosburg, meinte er. Sein Fraktionskollege Peter Prokop ("Ich bin ein Anhänger von ein bisschen mehr farbenfrohen Ansichten") freute sich, wenn er bei seinen Spaziergängen durch die Stadt "die wunderschöne Farbe Rot in den Beeten" sehe, und "viel Grün dazu". Worauf Bernhard Schwab (CSU) den Ball zurückspielte und anmerkte: "Zu den roten Blumen, Herr Prokop: Nachts sind die auch schwarz".

Eine Diskussion darüber, ob Grüngestaltung denn immer bunte Blumenpracht bedeuten muss oder sich auch auf Trockenbeete und Steininseln beziehen kann, wollte Bürgermeister Hacker ("Ich finde Steine in den Gärten schön") nicht entfachen. Abgerundet wurde die harmonische Aussprache durch zweifaches Lob. Einmal durch Siegbert Sendner (SPD) an die Stadtgärtner für deren Engagement, zum anderen an die Herzogenauracher Bürger selbst. Bernhard Schwab (CSU) stellte fest: "Wir haben ja schon eine kleine Gartenschau. Die Bürger pflegen ja wunderbar ihre Gärten". Und Antragsteller Kurt Zollhöfer hatte es erreicht, sein erhofftes blumiges Einvernehmen im Gremium.


Vier Projekte für mehr Grün in der Stadt