Es war in mehrfacher Hinsicht ein besonderer Neujahrsempfang, zu dem der Weisendorfer Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) am Dienstagabend ins Rathaus eingeladen hatte. Ein nicht mehr wiederzuerkennender Sitzungssaal mit seiner stimmungsvollen Dekoration und der CKC-Jugendchor unter der Leitung von Claus Keller sorgten für eine festliche Stimmung. Im Mittelpunkt standen Ehrenamtliche, die der Bürgermeister für ihr Engagement auszeichnete.

"Ehrenamtliche stärken unsere Gesellschaft in ihrer Seele und geben unserem Land ein sympathisch-menschliches Gesicht", mit diesem Zitat von Staatssekretärin Carolina Trautner, "das ebenso gut für unsere Marktgemeinde gilt", begrüßte der Bürgermeister die Vertreter aus Vereinen, Organisationen, Schule und Kirche. "Ohne das Ehrenamt wäre das Leben in den Kommunen und auch in unserer Gemeinde weit weniger attraktiv, darüber ist man sich auch in der Gesellschaft einig. Doch der allgemeine Trend zeigt, dass zusehends weniger Bürger ihre Freizeit für andere opfern wollen", erklärte der Bürgermeister. Deshalb hätten diejenigen, die schon seit Jahren und Jahrzehnten ehrenamtlich tätig sind, einen Dank und ein öffentliches Lob verdient.

"Die Weisendorfer fühlen sich mit ihrem Ort verbunden. Das zeigt sich immer wieder auf vielfältige Weise, indem sie sich ehrenamtlich engagieren. Sie werden aktiv, wenn sie eine Notlage sehen und bringen sich ein, um ihr Umfeld zu gestalten, sie stellen viel auf die Beine, um das Leben in Weisendorf zu bereichern", lobte Süß. Ein gutes Beispiel dafür sei die Kerwa, die im vergangenen Jahr alle gemeinsam - die Gemeinde, die Vereine, die Ortsburschen und -madli, die Kirchen und die Bevölkerung geplant und durchgeführt, aber vor allem gefeiert hätten.

Wann immer es etwas zu feiern gibt, wann immer es darum geht, Tradition weiterzugeben und den Menschen eine Freude zu machen, sei Inge Muggenhöfer zur Stelle, leitete der Bürgermeister zu den Ehrungen über. Sie verwöhne mit ihren Kochkünsten und gebe auch ihre Erfahrungen und ihr Wissen gerne weiter. Sie sei bekannt als der gute Geist im "WeiSenTreff", aber auch die Küchen des Heimatvereins und des evangelischen Gemeindehauses seien ihr sehr vertraut.

So koche sie zweiten Donnerstag für die Senioren unter dem Motto "Einer kocht, die anderen löffeln es aus", und dabei sei ein Drei-Gänge-Menü Standard. Egal ob Sommerfest, Weihnachtsessen, Museums-Advent, Hochstraßenlauf, Maibaumaufstellen oder Künstlermarkt, Inge Muggenhöfer sorge immer mit dafür, dass es an nichts fehlt. An der Kerwa gehe es immer ganz besonders zur Sache. Es beginnt am Donnerstag mit der Schlachtschüssel, unter Inge Muggenhöfers Anleitung werden dann noch richtige Kerwasküchle gebacken und für den Seniorennachmittag habe sie auch immer noch etwas Leckeres dabei. Mit Blumen und einem Geschenk und unter dem Beifall der Gäste bedankte sich der Bürgermeister bei der in vielen Kreisen bekannten Hobby-Köchin.

Nachhaltigkeit seit 33 Jahren

Viel Beifall gab es dann auch für das Basar-Team, das in Weisendorf vor mehr als 33 Jahren einen Basar für alles rund um Babys, Kinder und Jugendliche einführte. Den Gedanken der Nachhaltigkeit hatten damals schon die Gründerinnen im Blick und aktuell zeichnet Kerstin Heinl für die sinnvolle Einrichtung verantwortlich. So wechseln an den Basartagen bis zu 8000 Artikel den Besitzer und das Team bedient rund 450 Kunden. Verkauft werden Kleidung, Fahrräder, Kinderwagen, Krabbeldecken, Bücher, Spielwaren und vieles mehr. Dabei werden zehn Prozent des Umsatzes einbehalten und karitativen und gemeinnützigen Zwecken zugeführt. An den Basartagen sind rund 30 Helfer im Einsatz, und stellvertretend durften Kerstin Heinl und Sonja Herbig ein Geschenk und Blumen entgegennehmen. Sie nutzten dann gleich den Abend, um an die Grundschule Weisendorf, die evangelische Kindertagesstätte, den Förderverein für offene Jugendarbeit, die Kindertagesstätte der Lebenshilfe und das Kinderhaus St. Josef je 250 Euro zu übergeben.