Ingo Wittassek teilt die Sorge von Innenminister Joachim Herrmann. Die steigende Zahl der Wohnungseinbrüche in Mittelfranken müsse eingedämmt werden, sagte der Leitende Polizeidirektor am Dienstagvormittag im Pressegespräch im Herzogenauracher Rathaus. Dort hatten sich die verantwortlichen Polizisten der Dienststellen im Abschnitt Ost zur Besprechung getroffen.

Es seien "horrende Zahlen", die man im Zusammenhang mit den Tageswohnungseinbrüchen vermelden müsse, sagte Wittassek, der den Abschnitt Ost leitet. Auch im Landkreis Erlangen-Höchstadt sei diese Zahl um 20 Prozent gestiegen. Von 2012 auf 2013 kletterte die Ziffer auf 67 Fälle.

Dieses Manko hatte Wittassek als einen von zwei Schwerpunkten der Besprechung ausgesucht. Man wolle nach Lösungsansätzen suchen und brauche in diesem Zusammenhang die Bevölkerung, sagte der hohe Polizist im Pressegespräch, an dem auch Herzogenaurachs Polizeichef Norbert Hacker teilnahm.

Auf Zeichen achten

Wittassek appellierte an die Bürger, stets einen wachsamen Blick zu haben. Auch wenn ein fremdes Auto in der Straße auffalle, dann könnte dies schon ein Zeichen sein. Es gehe nicht etwa um eine Blockwart-Mentalität der Polizei. Aber "lieber ein Anruf zu viel", das könne schon helfen, sagte er.

Am wichtigsten aber sei, seine eigenen vier Wände zu schützen und zu sichern. Da werde es den Einbrechern oft leicht gemacht. So gebe es Schlösser, die seien im Nu aufgebrochen. Wer sich unsicher ist, wie gut geschützt sein Haus ist, der dürfe auch gern den Rat der Polizei einholen. Für die Landkreisbürger sei die Beratungsstelle der Kripo Erlangen zuständig. Wer also wissen möchte, wie sicher seine Türen und Fenster sind oder welche geeignet sind, der soll bei der Polizei in der Schornbaumstraße unter der Rufnummer 09131/760380 anrufen.
Wittassek: "Dann kommt ein Beamter zu den Bürgern und gibt die Empfehlungen vor Ort." Natürlich sei diese Serviceleistung kostenfrei. Die Polizei rührt hierfür nun die Werbetrommel, denn viele Menschen wüssten davon noch gar nichts.

Traumatisierung möglich

Norbert Hacker ergänzte, wie wichtig es sei, dass man sich in den eigenen vier Wänden sicher fühlt. Ein Einbruch beziehungsweise die Tatsache, dass sich Fremde im Haus aufgehalten hatten, könne sogar zu einer Traumatisierung führen.

Der Abschnitt Ost umfasst 13 Polizei-Dienststellen, darunter auch Herzogenaurach, Höchstadt und die Erlanger. Deren Chefs nahmen an der Besprechung ebenso teil wie die Leiter der verschiedenen Sachbereiche am Polizeipräsidium Mittelfranken. 566 000 Einwohner leben in diesem Abschnitt. Drei bis vier solcher Besprechungen werden jährlich abgehalten. Diesmal war das Herzogenauracher Rathaus an de Reihe. Bürgermeister German Hacker hatte die Gäste begrüßt und ihnen seine Stadt vorgestellt.

Zweites Thema war der Digitalfunk. Hier informierte Polizeidirektor Bernd Wolf die Kollegen über den Sachstand. Vom Funkmasten bis zur Umrüstung der Fahrzeuge reichte die Information. Wobei gerade Letzteres spannend werde, denn vorübergehend müsse man noch zweigleisig fahren.

Information Wer sich informieren lassen will, wie sicher sein Haus ist und was man unternehmen sollte, um sich vor Einbrüchen zu schützen, der hat bei der Polizei verschiedene Möglichkeiten.

Telefonisch kann man unter der Rufnummer 09131/760380 beider Kripo in der Erlanger Schornbaumstraße einen Besichtigungstermin vereinbaren.

Im Internet gibt es hierweitere Informationen.