Mit Adaptionen altmeisterlicher Werke begann er noch als Schüler, berichtet Alexander Czoppelt bei der Vernissage am Samstag im Kunstraum. Der Rückgriff auf Motive und deren Verfremdung durchzieht wie ein roter Faden sein Schaffen. Glaubt man, seine Ophelia-Gestalten sind seinem Beruf als Englischlehrer geschuldet, erfährt man schnell: Das Urbild ist eine Fotografie einer kapriziösen Französin.

Auf der anderen Seite sieht man seine Umformung der Böcklin'schen Toteninsel in einer Lackspritz-Technik. Eine vielen bildnerischen Techniken, die Czoppelt ausgelotet hat.
Wie viele Faktoren, Ideen und tradierte Bildvorstellungen eine Rolle spielten beim Entstehen der eigenen Werke, kann man am besten an den Radierungen festmachen. Die allermeisten tragen Anklänge an den Surrealismus. Sie sind gewissermaßen Collagen aus den Assoziationen, die man mit bestimmten Namen und Personen verbindet.

Verfremdete Rückgriffe

Gestaltungsideen im Duktus antiker Vasenbilder sind komponiert mit heutigen Symbolen von Männlichkeit, Eindrücke von südlichen Landschaften sind Elemente, um Ort und Zeit festzuzurren.
Czoppelt lässt in seiner Retrospektive den Betrachter nicht allein. Meist hat er den Bildwerken eine Erklärung beigefügt. Die Jahrzehnte als Pädagoge lassen sich nicht verleugnen. Zugleich aber gibt er damit ein Hilfsmittel, die nicht mehr jedem vertraute Denk- und Bildwelt der Antike zu erfassen. Ein Ideengebäude, das auch heute noch - und bei Weitem nicht nur bei Czoppelt - künstlerisches Schaffen bestimmt, auch wenn die Assoziationen versteckt sind.