Der Bahnlinien-Streit im Stadtrat fand ein versöhnliches Ende. Nach ausgiebigen Diskussionen und einem Beinahe-Eklat in der letzten Sitzung einigten sich die Stadträte am Donnerstagabend auf einen gemeinsamen Nenner. Und die CSU machte ihren Frieden mit dem Bürgermeister. Fünf Gegenstimmen blieben trotzdem: die der Grünen, unterstützt von FW und FDP.

Nach einer kurzen Zwangspause kann die Verfahrensplanung für das Areal am ehemaligen Bahnhof also weitergehen. Dort wird der Flächennutzungsplan geändert, so dass einerseits die Firma Schaeffler Möglichkeiten zur Erweiterung bekommt, andererseits aber auch die Stadt genug Flächen für die Stadt-Umland-Bahn hat. Zu gegebener Zeit soll hierzu eine Art Flächentausch erfolgen. Zuvor geht es darum, die Voraussetzung für die Planungen zu schaffen. Gleichzeitig wird ein alter Bebauungsplan aufgehoben.

Die CSU-Fraktion hatte mit Unterstützung der Grünen jüngst eine Vertagung des Beschlusses durchgesetzt. Man forderte Informationen des Unternehmens über das mögliche Bauvorhaben. Diese wurde inzwischen nichtöffentlich gegeben. In der CSU-Fraktion aber blieb die Skepsis, dass damit das Aus einer etwaigen Reaktivierung der Aurachtaltrasse besiegelt sei. Man beantragte, dass eine solche Trasse in den Planungen sichergestellt werde.

Stadtrat wird beschließen

Das wird sie, bescheinigte Bürgermeister German Hacker (SPD) in der Sitzung am Donnerstag. Allerdings soll das in einer anderen Form geschehen als vorgeschlagen. Denn auf der Ebene des Flächennutzungsplans könne das rechtlich nicht geregelt werden, sagte Hacker. Dazu brauche es die Verhandlungen beim späteren Flächentausch, also nach Abschluss des Planverfahrens. Dann, so Hacker weiter, könne man einen Korridor rechtlich sichern, was laut Bürgermeister auch so beabsichtigt war. Dazu soll es dann auch einen offiziellen Stadtratsbeschluss geben. Darin soll festgehalten werden, dass ein Trassenkorridor zwischen alter Bahnlinie im Aurachgrund und der Fläche an der Kreuzung Hans-Maier-Straße/Am Buck rechtlich für die Stadt Herzogenaurach gesichert bleibt.

Hacker machte diesen Vorschlag, damit die Skeptiker "sich wohler fühlen und entspannter schlafen" können. Er wolle die Sorge nehmen, dass eine Schienenverbindung im Aurachgrund in Zukunft unmöglich gemacht werden könnte. Obwohl es ein solches Bestreben ja gar nicht gegeben habe.

Konrad Körner (CSU) sagte, mit diesem "wirkungsgleichen" Ergebnis könne er gut leben. Die verschiedenen Interessen würden damit in Einklang gebracht. Der Änderungsantrag der Fraktion habe sich damit erledigt. Körner, der sonst oftmals streitbare Jungstadtrat, gab sich an diesem Abend zahm. Noch friedlicher war sein Fraktionsvorsitzender Bernhard Schwab, der kein einziges Wort sagte. Körner wies noch auf ein "gutes Gespräch" im Rathaus beim Bürgermeister hin, das die Einigung vorbereitet hatte. Dass dieses Gespräch zufällig an Schwabs Geburtstag stattfand, bezeichnete Hacker als Glücksfall. Denn da sei der Kollege Schwab einfach besser gelaunt gewesen, schmunzelte er. Auch der Bürgermeister freute sich über die gemeinsame Regelung und darüber, dass man sich mit dem Plan nun im Landeanflug befinde.

Grüne war nicht zufrieden

Nicht so zufrieden wie die CSU-Räte reagierte Retta Mülle-Schimmel von den Grünen. Sie forderte, dass bei der Trasse doch zwischen außerhalb (Schaeffler-Osttor bis Neuses) und innerstädtisch (Osttor bis Buck) getrennt werden sollte. Denn dann könnten auch die Grünen letzterem zustimmen. Für außerhalb gehe das nicht, weil das im Zusammenhang mit der von der Fraktion abgelehnten Südumgehung stünde.

Dieser Antrag ließe sich zu diesem Zeitpunkt rechtlich nicht machen, erklärte Verwaltungsleiter Gerhard Höfler. Es sei denn, der Stadtrat würde die Billigung der Flächennutzungsplan-Änderung generell ablehnen. Darauf drängte die Grüne und schaffte neben den drei Stimmen ihrer Fraktion noch die Unterstützung des Freien Wählers Christian Schaufler und von Britta Dassler (FDP). Müller-Schimmel hatte sich auch nicht vom Bürgermeister von ihrem Antrag abhalten lassen.