Der Sitzungssaal des Weisendorfer Rathauses war kaum wiederzuerkennen, so festlich war er für den Neujahrsempfang der Gemeinde geschmückt. Im Mittelpunkt standen Ehrungen von verdienten Bürgern der Marktgemeinde, aber natürlich durften der traditionelle Rückblick sowie ein Blick in die Zukunft durch Bürgermeister Heinrich Süß (UWG) nicht fehlen.
"In unserer Marktgemeinde gibt es eine große Bandbreite ehrenamtlichen Engagements, dieses ist eine wichtige Säule unserer Gesellschaft", erklärte der Bürgermeister. In diesem Zusammenhang zitierte er mit: "Es sind nicht immer die großen Worte, die in der Gemeinschaft Grundsätzliches bewegen: Es sind die vielen kleinen Taten der Einzelnen" eine Aussage von Mildred Scheel.


Die Verantwortung nimmt zu

Dennoch fordere ein Ehrenamt den Freiwilligen einiges ab. Die Aufgaben und auch die Verantwortung ehrenamtlich Tätiger seien nicht weniger geworden. Die sozialen Dienste und das Rettungswesen, die Vereine und die großen sportlichen wie kulturellen Veranstaltungen, sie alle leben davon, dass sich Freiwillige finden, die dort aktiv werden. "Ihr Tun, meine Damen und Herren, bringt dem Markt Weisendorf ein großes Stück Lebensqualität", sagte der Bürgermeister in Richtung der Ehrenamtlichen.
Das bürgerschaftliche Engagement mache eine Gemeinde sowie die Gesellschaft menschlicher. Wenn Bürgerinnen und Bürger sich füreinander einsetzen und sich gegenseitig zur Seite stehen, dann behalte dieses Land sein menschliches Antlitz. Und es sei schön, dass sich nach wie vor viele Menschen finden, die sich engagieren, für andere oder eine Sache, die sie bewegt. "Es spricht für uns, dass mitmenschliches Handeln nach wie vor hoch im Kurs steht und viele Bürger Verantwortung für ihr Umfeld übernehmen."
Der Einsatz im Ehrenamt mache die Gemeinschaft zudem auch leistungsfähiger. "Wenn Menschen sich da einbringen und einbringen können, wo sie sich betroffen fühlen oder gut auskennen, dann hilft das allen weiter." Vor Ort wisse man oft am besten, was Not tut; und wenn Menschen sich gefordert sehen, würden sie häufig erstaunliche Talente entfalten. Auf solches Wissen und solche Fähigkeiten könne und wolle man nicht verzichten. Und deshalb stehe es jeder Gemeinde auch gut an, diese Menschen und ihre Leistungen zu würdigen. "Was Sie, liebe Ehrenamtler, vollbringen, ist nicht selbstverständlich. Es gehört schon etwas dazu, sich einen Ruck zu geben und aktiv zu werden und dann Woche für Woche, jahrein jahraus mehrere Stunden der eigenen, oft wohlverdienten Freizeit in den Dienst anderer oder einer Sache zu stellen", schloss der Bürgermeister.


Die Geehrten

Der Sportler: Sebastian Rödel gehört dem Deutschen Asien-Kampfsportverband an und war 2017 erfolgreichster Sportler des Verbands im Allstyle-Karate. Darin werden vier Kampfsportstile und zehn Waffensportarten vereint. Dabei werden nicht nur Kraft und Ausdauer gefördert, sondern auch Gelenkigkeit, Reaktionsvermögen, Geschwindigkeit und Körperbeherrschung. Sebastian Rödel nahm im vergangenen Jahr an 27 Veranstaltungen unter anderem aus den Bereichen Karate-Kata, Waffensport, Theorie und Kickboxen teil und erreichte dabei fünfmal den ersten und zweimal den zweiten Platz.
Der Trainer: Reinhard Brehm vom Schützenverein Andreas Hofer Neuenbürg hat in seiner Zeit als Jugendleiter die Jugendlichen an den Schießsport herangeführt und durch gezieltes Training eine überaus erfolgreiche Jugendabteilung geformt. Die Erfolge seiner Schützlinge, zunächst beim Gauschießen, dann bei den mittelfränkischen, bayerischen und deutschen Meisterschaften, waren vielzählig. Und auch selbst ist Reinhard Brehm in der Mannschaft der Altersklasse Gaumeister. Er ist bei den vielen anderen Aktivitäten des Vereins immer zur Stelle und über 30 Jahre ehrenamtlich tätig.
Der Funktionär: Hans Mölkner vom Krieger- und Reservistenverein Weisendorf pflegt die Kameradschaft und die Traditionen wie den Volkstrauertag und verschiedene andere Aktivitäten. Er trat 1989 dem Krieger- und Reservistenverein bei und ist seit 1991 im Vorstand ehrenamtlich tätig. Am 28. Oktober des vergangenen Jahres wurde Hans Mölkner vom Bayerischen Soldatenbund 1874 mit dem Großen Verdienstkreuz am Bande ausgezeichnet. Darüber hinaus war und ist Mölkner auch Kassier, ist seit 1992 auch noch als Schriftführer aktiv und damit aufaddiert über 50 Jahre im Ehrenamt.
Das Original: Gretl Trebisch ist ein Weisendorfer Original. 1972 eröffnete der Getränkemarkt Trebisch, zum 1. September 2017 wurde er geschlossen. Schon von Beginn an unterstützte Gretl Trebisch die Weisendorfer Vereine, den Heimatverein, den ASV, die TSG, bei der sie noch selbst bei den Blummazupfern aktiv war, die Feuerwehren und viele andere, auch die Kindergärten und Kirchen. Über 35 Jahre wurden die Ortsburschen vom Getränkemarkt Trebisch bewirtet. Beim Markttag betreibt die Familie Trebisch ein Glücksrad und spendet den Erlös an die Aktion Mensch.