Beim Volksbegehren "Artenvielfalt" die Unterschrift setzen und ansonsten nichts für die Umwelt tun? Das ist für Rosemarie Beucher und ihren Mann Josef nichts. Seit Jahren haben sie einen Garten, in dem die Idylle daheim ist. In Sterpersdorf ist ihr Haus nahe eines Waldes gelegen, im Sommer kann es deshalb sein, dass Rehe in ihrem Garten vorbeisehen. Sie äsen dann das Fallobst.

Doch auch viele andere Insekten und Tiere fühlen sich bei den Beuchers wohl. Dafür tun sie auch so einiges - oder eben nicht.

Ein bis zwei Mal im Jahr mäht Josef Beucher den Rasen im hinteren Teil des Gartens. So bleiben die Gräser lang, Wildblumen blühen und Insekten siedeln sich an. "Man sollte den Garten in gewissem Maße verwildern lassen", erklärt der Hobbygärtner.

Die Beuchers verstehen Menschen, die wenig Zeit dafür haben, sich nach der Arbeit auch noch um Pflanzen zu kümmern. Ein Steingarten sei dabei aber die falsche Lösung. "Wenn man sich entlasten will, ist auch eine kleine Steinecke in Ordnung", sagt Rosemarie Beucher. Der perfekte Garten, meint sie, sei eine Kombination aus allem, um möglichste viele Tiere anzusiedeln: "Dann ist gleich viel mehr Leben da."

Die Mischung macht's

Seit Jahren bemerkt das Ehepaar einen drastischen Rückgang der Insekten, die Vogelwelt leidet ob mangelnder Nahrung darunter.

Für die Bienen hat ihr Mann Baumstämme aus Hartholz in mehrere Zentimeter dicke Scheiben geschnitten und Löcher hineingebohrt. Nun dienen sie als Nistkästen für Bienen. "Wir haben dann rund 1000 Untermieter", scherzt Josef Beucher.

Aktuell befindet sich ihr Garten noch im Winterschlaf, doch erste Krokusse und sogar Gänseblümchen sprießen schon aus dem Boden. Im Herbst haben sie die Äste, die sie von den Obstbäumen abschnitten, auf einen Haufen gelegt und über den Winter liegenlassen."Viele Gärten schauen aus wie geleckt, das ist nicht gut", moniert Rosemarie Beucher. Sie empfiehlt, nur einen Teil des Laubes im Herbst zu entfernen, doch man könne es auch noch nutzen.

Natürlicher Frostschutz

Auf einem Haufen mit den Ästen biete es Platz für Insekten - auch im Winter. Und wenn die Rosen über den Winter im Beet bleiben sollen, dann kann man deren Erde mit Laub bedecken: Frostschutz auf natürliche Art.

Wenige Schritte weiter im Garten der Beuchers hängt eine Futterstelle für Vögel von einem Baum. Aufgrund der Höhe haben Katzen keine Chance, an die Tiere heranzukommen. Wichtig, so Rosemarie Beucher, sei, dass die Futterstelle umgeben von Sträuchern ist, damit Raubvögel schlechter an Spatzen und an andere kleine Vögel herankommen.

Für das Ehepaar ist es wichtig, einen Garten zu haben, der gut ist für Mensch und Tier. Sie setzen auf traditionelle Bäume und Sträucher, auf nichts Ausgefallenes, nichts Hochgezüchtetes. Kräuter, die ebenfalls gut für Insekten sind, nutzen sie als Heilpflanzen oder als Gewürze in der Küche. Denn Natur schmeckt eben doch am besten.