Bachelor studieren in Höchstadt? Was zunächst ungewöhnlich klingt, wird ab diesem Herbst Realität. In der Fachakademie für Sozialpädagogik können ab Oktober Studenten ihren Bachelor in Sozialpädagogik und Management ablegen. Dabei arbeitet die Akademie mit der Fachhochschule des Mittelstands Bielefeld zusammen. Im Fernstudium kann man nun dort studieren, doch Präsenzveranstaltungen am Wochenende gibt es auch in Höchstadt.

"Es ist ein Baustein mehr, mit dem wir unsere Bildungsregion ausbauen", erklärte Landrat Alexander Tritthart (CSU) am Samstag bei der Vorstellung des Studiengangs in der Fachakademie. Das Angebot richtet sich dabei zunächst an fertig ausgebildete Erzieher, die im Anschluss an ihre Ausbildung ein Studium anhängen wollen. Das war zwar zuletzt auch schon möglich, doch das Studium dauerte vier Jahre. "Die Inhalte der Ausbildung wurden gar nicht angerechnet", sagt Fachakademie-Schulleiterin Alexandra Mischner. Demnach hätten sich einige Themenbereiche der Ausbildung mit den Inhalten des Studiums überschnitten. Nun dauert das Studium nur noch zwei Jahre für fertig ausgebildete Erzieher. Alle bereits in der Ausbildung erlernten Inhalte fallen raus.

Ab Oktober werden so 19 junge Menschen in Höchstadt studieren, Restplätze sind sogar noch frei: "Es wäre theoretisch noch möglich, im Oktober einzusteigen", so Mischner.

Ab 2020 soll es in Höchstadt ein zweites Studiengangmodell geben. Erzieher, die bereits zu Beginn ihrer Ausbildung Abitur hatten, können ab dem dritten Lehrjahr zeitgleich das Studium absolvieren. Das Studium kostet die Studierenden bei beiden Modellen insgesamt fast 7500 Euro. Anschließend können die Absolventen eine Kindertagesstätte oder Familienzentren leiten, in die Schulsozialarbeit oder die Familienberatung gehen. Träger des Studienzentrums ist der Freundes- und Förderkreis der Fachakademie Höchstadt.

Zum Start in ihr Studium bekamen die Absolventen am Samstag vom Vorsitzenden des Freundes- und Förderkreises, Johannes Zenk, kleine Bachelor-Hüte. "Das ist der erste Schritt zur Universitätsstadt", verkündete Bürgermeister Gerald Brehm (JL) mit einem leichten Schmunzeln. Man müsse die Vorteile des ländlichen Raums und der Stadt zusammen nutzen, sagte Brehm. Die Zusammenarbeit des Uniklinikums mit dem Kreiskrankenhaus St. Anna in Höchstadt sei etwa solch ein Projekt. Auf Nachfrage des FT erklärte der Bürgermeister, dass er sich durchaus weitere Zusammenarbeiten mit der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) vorstellen könnte - gerade im Bereich Teichwirtschaft. Brehm könnte Höchstadt als Außenstandort der Uni Erlangen sehen, denn die Rahmenbedingungen seien vorhanden.

Bei der FAU studieren aktuell rund 38 000 junge Menschen in Erlangen und Nürnberg. Aber bald vielleicht auch schon in Höchstadt.