"Auf den alten Sichart!" Die Runde "am Sichartshof" stößt mit einem köstlichen Tropfen an. Der "Sichartshof", eine verschwundene Ortschaft zwischen Fetzelhofen und Mailach, ist ein idyllischer Ort. Einziges Überbleibsel der einstigen Ansiedlung ist ein alter Brunnen. Um ihn für die Nachwelt zu erhalten, haben einige Bürger aus Fetzelhofen, Mailach und Lonnerstadt viel Zeit und Mühe aufgewendet. Mit Tisch und Bänken ausgestattet, entstand neben dem Brunnen ein schöner Platz, der zu Ruhe und Beschaulichkeit einlädt. Und zu einer guten Brotzeit, zu der sich Initiatoren und Unterstützer eingefunden hatten.

Ein Eintrag im Dachsbacher Urbar deutet darauf hin, dass die fröhliche Runde nicht falsch liegt: 1450 wird ein Peter Sighart zu "Sigartzhoffe" erwähnt. "Das war dem Sichart sein Hof", erklärt Günter Weinkauf den Namen. Hermann Popp, Hans Feth und Günter Weinkauf hatten die Idee zur Rettung des Brunnen-Denkmals und nahmen die Restaurierung in die Hand.

Ein Rittergut oder ein Schloss soll einst nördlich des Brunnens gestanden haben. Die Bediensteten eingeschlossen, haben 1824 laut Chronik "23 Seelen" dort gewohnt, gibt die Info-Tafel Auskunft. Als "Bestand anno 1848" werden "ein Schloss mit zwei Rindvieh- und Pferdestallungen, Keller, Ochsen- und Schweinestall, Scheune, Backofen und Hofraum" genannt. Westlich und östlich der Ansiedlung befanden sich Weiherketten. Die Dämme sind noch zu sehen.

1852 war das Ende des Sichartshofs besiegelt: "Vermutlich aufgrund von Wassermangel", sagt Hermann Popp. Für 24 300 Gulden und 500 Gulden Leihkauf wurde der Sichartshof an Mailacher Bauern verkauft, das Gebäude abgerissen. "Leihkauf war eine Dreingabe, ein Trinkgeld sozusagen, das später versoffen wurde", erklärt Günter Weinkauf.

Fast 470 Arbeits- und etliche "Ärgerstunden" haben die ehrenamtlichen Denkmalfreunde in die Restaurierung des Brunnens investiert. Hermann Popp, Günter Weinkauf und Hans Feth wurden aktiv, als sie hörten, dass der Besitzer den alten Brunnen auffüllen wollte. "Aus Sicherheitsgründen", wie es hieß. "Wär da einer reingefallen, der wäre ertrunken", so Weinkauf. Bis dahin habe der Brunnen, vielmehr dessen Vorhof, als Gänse- und Entenwasser gedient.

Nur noch Grundwasser

Vor vier Jahren sei der Brunnen noch voll gewesen. Das gesamte Oberflächenwasser sei hineingelaufen. Heute führt der Brunnen nur noch Grundwasser. Eine Quelle gebe es nicht. Aufgrund der zunehmenden Trockenheit seien auch die Weiher weitgehend trocken. Manche Auflage von Behördenseite können die drei Heimatfreunde nicht nachvollziehen. "150 Jahre lang haben Enten, Gänse und Vögel reingeschissen. Jetzt musste eine Platte drauf", wundert sich Weinkauf.

Bei der Restaurierung haben die drei Männer keine Mühe gescheut. Zunächst galt es, den Brunnen sauber zu machen. Mit der Seilwinde wurden die unten liegenden Steine hochgezogen. Immerhin bei einer Sohlentiefe von etwa zehn Metern. Einer aus dem Trio musste in den Schacht hinein: Es war Hermann Popp. Ob ihm dabei sehr wohl war, bleibt sein Geheimnis. In dreifacher Ausfertigung wurden Holzschalungen mit Ringen in den Schacht eingebracht. Dann konnten die Wände stabilisiert werden. Die aus dem Brunnen geholten Steine wurden bei der neuen Einfassung wieder verwendet. Weitere alte Sandsteine konnten aus Fatschenbrunn im Steigerwald besorgt werden.

Durch die Hilfe und Unterstützung von Freunden und Unternehmern konnten die Kosten niedrig gehalten werden. Nur Materialkosten in Höhe von etwa 8000 Euro fielen an. Ursprünglich seien die Kosten etwa doppelt so hoch veranschlagt gewesen. Die Kosten werden durch Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER) gefördert. Am Ende, so hoffen die drei Akteure, werde das Projekt für die Gemeinde ziemlich kostenneutral sein.