Was machen Krippenbauer eigentlich, wenn die Krippensaison vorüber ist? Diese Frage stellen sich viele Menschen, die während der Advents- und Weihnachtszeit ihre kleinen Kunstwerke bewundern.

Das ganze Jahr über wird an den Krippen gearbeitet, damit sie vor Weihnachten präsentiert werden können. In der Werkstatt in Haundorf konnten Interessenten auch den Teilnehmern des aktuellen Krippenbaukurses über die Schulter schauen und sich über die verschiedenen Möglichkeiten beim Krippenbauen informieren.

Obwohl sehr viel handwerkliches Geschick gefragt ist, kommen auch Maschinen - vor allem in der Holzverarbeitung - zum Einsatz. Bei der Gestaltung ist allerdings sehr viel persönliches Geschick erforderlich. Seit Beginn des Kurses arbeiten die Kursteilnehmer an ihrer Krippe, es war bereits der vierte von sechs Terminen.

Unter den neun Kursteilnehmer, befinden sich zwei Ehepaare, ein Teilnehmer aus Schüsselfeld und aus einer aus Schwarzenbach, so begehrt sind die Kursplätze. Auch der nächste Kurs ist schon belegt. Im aktuellen Kurs entstehen sowohl orientalische als auch alpine Krippen, aber auch Vertreter einer modernen Sachlichkeit sind zu sehen.

Sebastian Johna aus Schwarzenbach hat sich vor einiger Zeit eine Krippenausstellung in Herzogenaurach angesehen. Das Ergebnis hat ihn überzeugt, so dass er sich für den Kurs beworben hat. Er hat sich bei der Gestaltung von Krippenbaumeisterin Karin Andree beraten lassen. Da die Figuren, die er bereits besitzt, eher minimalistisch gestaltet sind, wird auch die Krippe eher eine schlichte Form im orientalischen Stil erhalten oder wie er es formuliert: "Schlicht und modern!" Außerdem lobt er die gesamte Organisation in Haundorf.

Reiner Grief, Vorsitzender der Krippenfreunde in Schlüsselfeld, poliert ebenfalls in Herzogenaurach sein Wissen auf. Eine weitere Teilnehmerin ist Margareta Schwarz aus Herzogenaurach. Sie besitzt 17er Gelenberger-Krippenfiguren in schlichten Formen, aber in kräftigen Farben. Bei der Gestaltung ihrer Krippe hat sie sich ebenfalls von Karin Andree beraten lassen.

Vor einer Stadtsilhouette mit zinnenbekrönten Türmen nimmt das Zentrum ein Dreieck ein, das an die Dreifaltigkeit erinnert. Eine Tür darin stellt den Übergang der Zeit vom Alten Testament zum Neuen Testament dar. Die heilige Familie steht im Mittelpunkt des Geschehens. Christus wird Mensch und erfüllt dadurch die Prophezeiungen der Propheten des Alten Testaments. Mit dieser Art der Gestaltung können viele Assoziationen verbunden werden. Die Grundkonstruktion ist bereits mit Krippenmörtel verputzt und weiß gestrichen, sie wird anschließend noch mit Patina versehen.

Deborah und Horst Bayer bauten gemeinsam eine Krippe für ihre Figuren aus Südtirol und konnten just an diesem Termin das Dach auf die Krippe befestigen und somit Richtfest feiern. Werner Heilmann gab ihnen für ihre Krippe einen eigenen Richtspruch mit auf den Weg.

Die Krippenbaumeister Karin Andree, Werner Heilmann, Joachim Grumann und Hans Schmidt standen für Fragen zur Verfügung und ließen sich von den Besuchern gern über die Schultern schauen. Interessenten konnten sich außerdem über neue Krippenbaukurse informieren.