Wenn Förster Gerhard Hofmann durch den Wald bei Frimmersdorf läuft, knackt es unter seinen Schuhen. Die trockene Erde staubt in der Luft, Blätter zerbröseln. Viel zu lange ist es nun schon viel zu trocken.

Die verheerenden Waldbrände in Griechenland und Schweden spuken Wald- und Gartenbesitzern im Kopf herum. Die Angst davor ist groß.

Noch möchte Hofmann keine Panik verbreiten. Problematisch bei Waldbrandgefahr seien oft die Kiefernwälder. Ein Großteil der hiesigen Wälder bestehe aus diesen. Der Nachteil dabei: Kiefern sind sehr lichtbedürftig.

Zwischen den Monokulturen stehen oft keine anderen Bäume, die Stämme der Kiefern reihen sich wie große Streichhölzer aneinander. Wegen der ätherischen Öle sind die Nadeln außerdem leichter entflammbar. "Kiefern und Fichten sind viel feuergefährlicher als der Laubwald", meint der Förster.


Mischwald ist ungefährlicher

Deshalb rät Hofmann den Waldbesitzern in seinem Revier, Mischwald zu begründen. Dadurch bleibt es im Wald kühler, der Boden bleibt feuchter. Tatsächlich, da wo zischen den Kiefern große Buchen oder Eichen wachsen, ist die Luft kühler, das Moos hat noch mehr Farbe. Um einzelne Baumarten zu fördern, gebe es Zuschüsse vom Staat.

Neben den Mischwäldern kann ein weiterer Faktor dabei helfen, dass sich Waldbrände nicht ausbreiten: gut ausgebaute Waldwege. "Bei uns sind die Wege im Wald gut ausgebaut", sagt Hofmann. So kommen Einsatzkräfte schneller voran. Noch gebe es jedoch Wege, die ausbaufähig sind. "Es hat sich gezeigt, dass fehlende Forstwege ein Hindernis bei solchen Katastrophen sind", sagt Hofmann.

9300 Hektar Wald liegen im Landkreis Erlangen-Höchstadt. "Waldbrandgefahr ist bei uns immer ein Thema", sagt Thomas Speth, Geschäftsführer der Waldbesitzervereinigung Erlangen-Höchstadt. Zwischen März und Oktober sei deshalb das Rauchen im Wald verboten. "Die meisten Leute sind schon sehr verständnisvoll", sagt Speth.


Zigaretten nicht aus Auto werfen

Ein größeres Problem seien Zigaretten, die beim Autofahren aus dem Fenster geworfen werden. Bei heißen Temperaturen sollte man mit dem Auto nicht über Wiesen, Feldwege oder abgeerntete Felder fahren. Durch die Fahrzeuge können sich trockene Gräser schnell entzünden.

Mit Luftbeobachtungen sollen Waldbrände eher erkannt werden. Für dieses Wochenende wurde die vorbeugende Luftbeobachtung für ganz Mittelfranken angeordnet, berichtet Karin Christ, Pressesprecherin der Regierung von Mittelfranken.

"Der Waldbrandgefahrenindex weist beispielsweise für Samstag für weite Teile Mittelfrankens - so auch für den Landkreis Erlangen-Höchstadt, eine hohe, in einigen Gebieten sehr hohe Waldbrandgefahr aus", berichtet Christ. Die Flüge finden in den Nachmittagsstunden statt, wenn die Waldbrandgefahr durch Hitze und Freizeitaktivitäten der Bevölkerung am größten ist.

In Alarmbereitschaft sind wegen der Waldbrandgefahr auch die Feuerwehren im Landkreis. Bei größeren Einheiten stehen die großen Tanklöschfahrzeuge. In Dörfern mit kleineren Feuerwehren füllen die Landwirte manchmal ihre Güllefässer mit Wasser, um im Notfall helfen zu können, berichtet Kreisbrandinspektor Stefan Brunner.

Erst vor wenigen Wochen geriet ein Mähdrescher bei Münchaurach in Brand, sagt Brunner. Dass man im Wald nicht raucht und keine Lagerfeuer anzündet, sollte selbstverständlich sein.
Auch Zuhause sollten Gartenbesitzer wachsam sein: "Unbedingt darauf achten, dass nach dem Grillen keine Funken mehr fliegen", sagt der Kreisbrandinspektor. Zur Sicherheit den Grill nach dem Abkühlen einfach mit Wasser ablöschen.