Ein wenig müde sind die Schwestern Ute Esser und Sabina Mayer schon. Um 23 Uhr haben sie am Vorabend ihre kleine Holzhütte zugemacht und einbruchssicher zugeschlossen. Doch so richtig viel Zeit zum Ausschlafen bleibt nicht. Am nächsten Tag geht es um 9.30 Uhr wieder los - zumindest am Pfingstwochenende. Unter der Woche startet der Berg "erst" um 10 Uhr.

"Das ist aber kein Problem", erzählt Ute Esser. Denn im Grunde ist der "schwere" Teil der Arbeit längst erledigt. All das, was es dort in der Bude neben der Schiffschaukel zu erwerben gibt, ist selbstgemacht. Herzen zum Aufsticken, Kettchen mit Herzchen, Portemonnaies, die wie Lebkuchenherzen aussehen und vieles mehr. Seit drei Monaten sind die Schwestern dabei - zusammen mit weiteren Familienmitgliedern - zu planen, zu schneiden, zu sticken.

"Jetzt heißt es zu sehen, ob es sich gelohnt hat und die Besucher zu uns kommen." Darum ist Ute Esser, die in der Regel die Morgenschicht übernimmt, schon früh am Berg. Rauskehren, den Müll vor ihrem Platz wegräumen, alles aufhängen und glatt streichen. "Das braucht halt ein wenig Zeit, daher sind wir so früh da", erklärt sie.
"Wir sehen jetzt die 12 Tage lang, ob wir den Geschmack getroffen haben." Heuer sind die beiden allerdings ein wenig mehr aufgeregt, als die Jahre zuvor. Der Stand, der eher am Ende des Berges liegt, steht dort zum ersten Mal. Als sie vor vier Jahren angefangen hatten, sind sie am Haupteingang des Berges direkt im Aufstiegsbereich untergekommen. "Da musste halt jeder an uns vorbei", schmunzelt Esser. Doch der dortige Laden, der sich mit einem weiteren Anbieter von Maßkrügen geteilt wurde, platzte aus allen Nähten - die Schwestern waren sich sicher, dass sie einen eigenen Stand brauchten.


Neustart am eigenen Standort


So wurde der Plan gefasst, es mit einem Anfang an anderer Stelle zu probieren. Mit dem "Papa" wurde das Holzhäuschen zusammengezimmert, der Plan für 2012 ausgeheckt.

Die Unkosten dafür müssen nun erst einmal erwirtschaftet werden. Das ist insgesamt am Berg nicht einfach. Hohe Standgebühren belasten die Schausteller und Anbieter ebenso wie die Rechnungen für den Elektroanschluss, diverse TÜV-Gutachten, eventuell Wasseranschluss und vieles andere an Genehmigungen mehr. Da ist Ute Esser ganz froh, dass dies bei ihr noch recht übersichtlich ist.

Dass der Berg anstrengend ist, mag Esser nicht bestreiten, aber: "Es macht viel Spaß. Als Erlanger gehen wir gerne auf den Berg", sagt die in Erlangen aufgewachsene aber nun in Herzogenaurach wohnende Frau. "Die Gerüche im Vorfeld - eben auch morgens um neun Uhr - machen Freude auf dieses Volksfest."

Nur so lassen sich die 15 Stunden, die man in Sachen Berg unterwegs ist, aushalten. Wenn dann am 5. Juni, einen Tag nach Bergschluss auch noch die Kasse stimmt, dann sind diese Zeiten ebenso schnell vergessen. Doch jetzt heißt es um halb neun erst einmal aufrüsten, die ersten Berggänger stehen bereits in den Startlöchern.